Wie ein Stein im Geröll von Maria Barbal

Die Ich-Erzählerin Conxa wird im Alter von 13 Jahren zu ihrer Tante in ein benachbartes Dorf geschickt, da es dort genug Arbeit und auch genug zu essen gibt. Conxa muss damit alles Bekannte zurücklassen und fernab ihrer Eltern und Geschwister leben. Sie baut sich schließlich ein neues Leben in Pallarès auf und lernt die Liebe ihres Lebens – Jaume – kennen.

Der Heirat folgen drei Kinder und die glücklichste Zeit in Conxas Leben, „obwohl das ganze Unglück, wenn man es genau betrachtet, hinter all dem fröhlichen Lachen schon auf der Lauer lag“.

Sehr eindringlich und bildhaft erzählt Maria Barbal auf nur 100 Seiten von einem ganzen Leben, von einer Kindheit in Ermita, von einer Jugend und einem glücklichen Familienleben in Pallarès, von dem Alter(n) in Barcelona. Auf diesen wenigen Seiten wird dem Leser das kleine Dorf in den Pyrenäen, wo die Zeit still zu stehen scheint und wo der Alltag von Entbehrungen und Mühe geprägt ist, näher gebracht.

Barbal vermag es, trotz der Kürze eine lebendige und authentische Geschichte von Frieden und Eintracht zu erzählen, die plötzlich vom Terror des Franco-Regimes durchbrochen werden.

Wie ein Stein im Geröll schickt den Leser auf eine Reise in eine längst vergangene Zeit und ist ein wunderbares Zeugnis eines Lebens in Katalonien.

Maria Barbal: Wie ein Stein im Geröll. Mit einem Nachwort von Pere Joan Tous. Übersetzung von Heike Nottebaum. Diana, 2008, 190 Seiten; 9,99 Euro.

Dieser Post ist Teil des Spanien-Monatsthemas im Mai 2019.

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