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Psychosen und Spiritualität. Erfahrungen an den Grenzen des Bewusstseins von Jo Becker

„In über 40 Jahren meiner Tätigkeit als Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie sind mir viele Menschen begegnet, die in ihrer Psychose auch spirituelle Erfahrungen gemacht haben. Die meisten waren davon tief beeindruckt und haben es als eine überwältigend positive Erfahrung beschrieben, in den Worten von Dorothea Buck als ‚Zentralerleben‘ […]. Diese Erfahrung hilft häufig, später der Psychose einen Sinn zu geben, sie biografisch einzuordnen oder auch Spiritualität im weiteren Leben als eine wichtige Kraftquelle zu erleben und zu nutzen.“ (Seite 7f)

Der Psychiater Jo Becker hat Berichte von Psychoseerfahrenen gesammelt, in denen von existenziellen Erfahrungen die Rede ist.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit Grenzbereichen menschlichen Bewusstseins: Schlaf, Trance, Nahtoderfahrungen und Rauschzustände, mystisches Erleben in religiöser Praxis und während der Psychose.

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Experten für Eigensinn von Jo Becker und Daniela Schlutz

„In jeder Region gibt es einige wenige, in der Helferszene gut bekannte Menschen, die als „besonders schwierig“ bezeichnet werden, als „Systemsprenger“, weil sie die Regeln und Grenzen einer Einrichtung regelmäßig überschreiten, oder als Klienten mit „herausforderndem Verhalten“. Was macht diese Menschen so besonders?

Sie sind nicht immer besonders schwer erkrankt. Die meisten würden sich selbst auch keineswegs als „schwierig“ bezeichnen. Wir Fachleute sind es, die sie so erleben – salopp gesagt, weil sie uns besonders viel Arbeit, Ärger oder manchmal auch Angst bereiten. Mit ihrem Verhalten fordern sie uns heraus, Hilfe zu leisten, während sie es gleichzeitig ablehnen, Psychopharmaka einzunehmen, abstinent zu leben oder die Hausordnung einzuhalten. In der Beziehung zu uns erleben wir sie als unkooperativ. Betrachtet man sie dagegen unabhängig von unseren Anforderungen und Normen, sind es Menschen mit einem starken Willen zur Selbständigkeit. Sie haben eigene Vorstellungen vom Leben und verfolgen diese hartnäckig. Sie sind Experten für Eigensinn.“ (Seite 8)

Im Buch werden 20 Menschen mit herausforderndem Verhalten vorgestellt, die an Schizophrenie, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Depression, Substanzmissbrauch/-abhängigkeit, Zwangsstörung, sozialer Phobie bzw. schizoaffektiver Psychose erkrankt sind.

Der Leser erfährt dabei mehr über die Lebens- und Krankheitsgeschichte der einzelnen Personen, lernt aber auch die Sichtweise von Angehörigen und Professionellen kennen, so dass der Mensch mit dem sogenannten herausfordernden Verhalten von mehreren Seiten beleuchtet, seine Aktionen, Reaktionen etc. aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

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