
„[D]as wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist nicht das Böse, im Gegenteil: es ist das Gute.“ (Seite 7, Zitat von Imre Kertész)
Seit die 25-Jährige Ava ein Foto von Leichen im Bataclan gesehen hat, spürt sie Hass und hat einen wiederkehrenden Albtraum. Das Foto war teilweise verpixelt, doch Ava will die unzensierte Version des Fotos finden, denn:
„Den Körper eines Toten zu verpixeln bedeutet, ihn noch einmal zu töten.“ (Seite 16)
Ava war am 13. November 2015 nicht im Bataclan und auch nicht in einem der Restaurants oder Cafés, in denen Menschen von Terroristen getötet wurden, sondern sie hat alles vom Bildschirm aus verfolgt.
Doch sie ist regelrecht besessen von dem Thema. Schon länger befasst sie sich mit zwischenmenschlicher Gewalt. Sie schaut sich immer wieder Bilder und Videos an, lernt Opferlisten auswendig und denkt sogar über einen Job bei der Armee nach.
Angst begleitet Ava auf Schritt und Tritt, lauert überall und macht es ihr schwer, den Menschen im öffentlichen Raum nicht zu misstrauen.
Überleben von Frederika Amalia Finkelstein weiterlesen