Spätes Tagebuch. Theresienstadt – Auschwitz – Warschau – Dachau von Max Mannheimer

„Ohne Heim. Ohne Hilfe. Ohne Hoffnung“

Max Mannheimer, Überlebender der Shoa und 2016 im Alter von 96 Jahren verstorben, berichtet von seiner Kindheit in Neutitschein/Tschechoslowakei, vom zunehmenden Antisemitismus in den 1930er Jahren, vom Einmarsch der Deutschen, von der Reichskristallnacht, von der Flucht nach Ungarisch-Brod und schließlich von der Deportation nach Theresienstadt und Auschwitz, wo fast seine ganze Familie umgebracht wurde.

Nach dem Weitertransport nach Warschau und später nach Dachau war der Krieg zu Ende – und Max Mannheimer hat wie durch ein Wunder überlebt.

Bis zu seinem Tod engagierte sich Mannheimer für Aufklärung über die Shoa, hielt Vorträge, nahm an Diskussionen teil und gab Führungen in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

In einfacher Sprache erzählt Mannheimer von seiner Kindheit in Neutitschein und von seinen Erfahrungen in den Lagern. Dabei sind die Erinnerungen an seine Kindheit sehr lebendig, und Mannheimer berichtet sehr detailliert von bestimmten Ereignissen.

Über die Zeit in den Lagern wird eher sachlich erzählt, und doch bekommt der Leser den tragischen Verlust, die traumatisierenden Erlebnisse, die ständige Angst vor Krankheit und vor dem Gas
zu spüren.

Spätes Tagebuch ist ein dünnes Büchlein, das man in kürzester Zeit durchgelesen hat, das einem aber noch lange in Erinnerung bleibt.

Max Mannheimer: Spätes Tagebuch. Theresienstadt – Auschwitz – Warschau – Dachau. Piper Verlag, 2010, 144 Seiten; 9 Euro.

Dieser Post ist Teil des Monatsthemas „Tschechien und Slowakei“ im Juli 2019.

2 Gedanken zu „Spätes Tagebuch. Theresienstadt – Auschwitz – Warschau – Dachau von Max Mannheimer“

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