Psychosen (Fortschritte der Psychotherapie) von Tania Lincoln und Eva Heibach

„Mir gefällt die Authentizität der Patienten. Kein manipulatives Verhalten, sehr echt in der Schilderung des Erlebens und des Emotionsausdrucks. Das Gleiche fordern sie von ihrem Gegenüber, was zu interessanten Einblicken in die eigene Art und Weise, Patienten zu begegnen, führt.“ (Seite 3)

Tania Lincoln und Eva Heibach beschreiben in ihrem Buch aus der Reihe Fortschritte der Psychotherapie initial die psychotischen Störungen an sich: Psychosebegriff, Symptomatik, Positiv- und Negativsymptomatik, Klassifikation, Epidemiologie, Verlauf, Differenzialdiagnostik, Komorbiditäten, begleitende Problembereiche.

Im Anschluss setzen sie sich mit Ätiologie und Erklärungsmodellen sowie mit Diagnostik auseinander, bevor sie schließlich die Behandlung von Psychosen mit Kognitiver Verhaltenstherapie vorstellen.

Psychosenpsychotherapie ist etwas, das ich seit Jahren praktisch durchführen möchte, über das ich sehr viel gelesen habe und zu dem ich nun auch erste praktische Erfahrungen machen durfte. Das Buch von Lincoln und Heibach war mir hierbei eine große Hilfe, denn die beiden Autorinnen haben das Wichtigste bzgl. Psychosenpsychotherapie zusammengefasst, so dass das Buch eine gelungene Wiederholung für mich war, sie haben aber auch Inhalte vermittelt, die mir noch nicht geläufig waren, so dass ich hier auch viele neue Impulse bekommen habe.

Wie von der Reihe gewohnt, ist auch das hier besprochene Buch sehr knapp gehalten, jedoch sehr dicht geschrieben, so dass man hier in aller Kürze sehr viele Informationen erhält. Diese Informationen sind sehr praxisnah, sehr verständlich und versetzen den Leser in die Lage, mehr über die Grundpfeiler der psychotherapeutischen Behandlung von Psychosen zu erfahren.

Neben den soundso schon extrem gut aufgearbeiteten Inhalten haben mir zudem die vielen Fallbeispiele sowie die knappen Zusammenfassungen am Rand geholfen, Wissen zu erlangen, aufzufrischen und zu strukturieren. Sehr gelungen fand ich zudem die farbigen Karten, die dem Buch beiliegen und die bei der Exploration von Halluzinationen, Wahn und Negativsymptomatik unterstützen.

Besonders positiv aufgefallen ist mir auch, dass die Autorinnen die gängigen Neurotransmitterhypothesen nicht einfach übernehmen, sondern sehr kritisch hinterfragen.

Tania Lincoln und Eva Heibach: Psychosen (Fortschritte der Psychotherapie). Hogrefe Verlag, 2017, 112 Seiten; 19,95 Euro.

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