Iran. Tausend und ein Widerspruch von Stephan Orth, Mina Esfandiari und Samuel Zuder

„Der Iran ist ein Land mit vielen Dimensionen und voller Widersprüche, schwer zu fassen und endlos faszinierend.“

Stephan Orth, Samuel Zuder und Mina Esfandiari haben viele Wochen im Iran verbracht, um das Land zu erkunden und die Widersprüche im Land zu erforschen. Das Resultat ist der Bildband Iran. Tausend und ein Widerspruch, in dem die verschiedenen Facetten des Landes am Persischen Golf präsentiert werden, „so dass am Ende aus einem Kaleidoskop so etwas wie ein Gesamtbild entsteht“.

Der Bildband ist sehr ästhetisch gestaltet: Von den geprägten Lettern auf dem Deckel über die verzierten Vorsatzblätter bis zum hübschen Layout mit den Überschriften in Farsi ist Iran. Tausend und ein Widerspruch einfach eine Augenweide.

Der Fokus des Buches liegt klar auf den oft großformatigen Fotografien von spektakulären Landschaften, traditioneller oder moderner Architektur sowie Menschen in der Öffentlichkeit und im Privatleben. Diese Bilder wurden technisch einwandfrei aufgenommen, hochwertig gedruckt und bieten Einblicke in das Alltagsleben und die kleinen Fluchten aus der täglichen Routine und der allgegenwärtigen Kontrolle in der Islamischen Republik.

Die Texte sind sehr knapp gehalten, sprechen aber dennoch vielfältige Aspekte des Landes und seiner Bewohner an, sind informativ und durch persönliche Geschichten stimmungsvoll und lebendig.

Iran. Tausend und ein Widerspruch erlaubt tiefe Einblicke ins Leben im Iran und leistet so (die dringend notwendige) Aufklärungsarbeit über den Iran und die Iraner. Dass sich das Land schon so lange im Fadenkreuz der USA befindet und damit gegenwärtig wieder in den Schlagzeilen ist, macht mich angesichts der humanitären und kulturellen Katastrophe in Syrien, dem Jemen und dem Irak traurig und lässt mich bange in die Zukunft blicken.

Ich kann zudem Couchsurfing im Iran von Orth empfehlen.

Stephan Orth, Samuel Zuder und Mina Esfandiari: Iran. Tausend und ein Widerspruch. National Geographic, 2017, 192 Seiten; 40 Euro.

Dieser Post ist Teil des Iran-Themas im Oktober 2017.

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