Impulskontrollstörungen in der Verhaltenstherapie von Alfred Ehret

„Das Buch […] umfasst alle wichtigen Bereiche dieses breiten und in sich heterogenen Feldes, geht bei den Fallvignetten aber auch auf eher exotische (um nicht zu sagen „dunkle“) Störungsbilder wie Paraphilien, Kleptomanie oder Pyromanie ein.“ (Seite 13)

Alfred Ehret befasst sich in seinem Buch mit unterschiedlichsten Formen der Impulskontrollstörungen, deren gemeinsamer Nenner das zwanghafte und nicht kontrollierbare Verhalten ist.

Bevor Ehret auf konkrete Techniken der Verhaltenstherapie eingeht, setzt er sich mit der Ätiologie, dem allgemeinen Verlauf von Impulskontrollstörungen, der Rückfallprävention sowie mit motivationalen Aspekten auseinander.

Im Anschluss beschreibt Ehret das Modell der Stimuluskontrolle und der Coping Skills, das Cue Exposure Modell, das Angst- und Zwangsreduktionsmodell bzw. Habituationsmodell, das Modell der formalen Veränderungen von mentalen Prozessen, das Modell der Komplettierung von Handlungsketten, das Modell des Video Self Modeling, das Modell des Habit Reversal Training und Self Monitoring, das Selbstinstruktionstraining und Self Modeling sowie das Modell der Schematherapie und der Arbeit mit Teilen.

Ich befinde mich ganz am Anfang meiner Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin, und auch wenn ich zur Zeit nicht mit ausgeprägt impulskontrollgestörten Menschen arbeite, empfand ich das Buch als sehr hilfreich und relevant, weil der Autor in seinem Buch auf verständliche Weise sehr viel Wissen vermittelt, das sich auch auf andere Situationen/Störungen übertragen lässt.

Das Konzept, sich auf ein übergeordnetes Phänomen und nicht auf eine bestimmte Störung zu konzentrieren, fand ich spannend und wertvoll für die tägliche Arbeit mit Menschen mit verschiedensten Impulskontrollstörungen. Gefallen hat mir auch der praxisnahe Ansatz, der vor allem über die Fallvignetten und die Interviewausschnitte viel Input bietet.

Ehret wiederholt im Laufe seines Buches bestimmte Aspekte immer wieder, so dass sich Impulskontrollstörungen in der Verhaltenstherapie auch sehr gut zum Nachschlagen und zum Querlesen eignet.

Ich persönlich habe durch die Lektüre viel Neues gelernt – nicht nur über Impulskontrollstörungen, sondern auch ganz allgemein über Techniken und Modelle in der Verhaltenstherapie.

Alfred Ehret: Impulskontrollstörungen in der Verhaltenstherapie. Verlagsgruppe Beltz, 2019, 296 Seiten; 39,95 Euro.

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