Das Haus am Kongo von Wilson Collison

„Afrika ist nicht so, wie es die Schriftsteller immer beschreiben. In Büchern geht es immer nur um den Untergang des weißen Mannes in den Tropen und seinen moralischen und körperlichen Verfall.“ (Seite 122)

Congo landing erschien bereits 1934 in englischer Sprache und wurde 2015 als Das Haus am Kongo im Louisoder Verlag in deutscher Übersetzung erstveröffentlicht.

Wilson Collison erzählt in seinem Roman von der Mittzwanzigerin Dolly Bretton, die bislang in London im Varieté gearbeitet hat, gekündigt wurde und nun zusammen mit einem gewissen Bill Shane als Wahrsagerin in Afrika unterwegs ist.

Der Schaufelraddampfer Elizabeth, auf dem sie sich befinden und der sich Richtung Kongo-Fluss bewegt, weist nach einem explodierten Heizkessel jedoch ein Leck auf und muss am Ufer anlegen, so dass die Reise jäh unterbrochen wird.

Doch die Passagiere haben Glück im Unglück: In der Nähe der Anlegestelle der Elizabeth lebt Doc Warwick, ein ebenso begabter wie ambitionierter Arzt, mit seiner Frau, und die beiden bieten den Passagieren und der Besatzung Unterschlupf, bis wenige Tage später die Royal vorbeikommen und die Gestrandeten aufsammeln soll.

Warwicks Frau ist einsam, fühlt sich im Kongo alles andere als wohl und findet schnell Gefallen an Bill Shane, der wegen Mordes in den USA gesucht wird, während Dolly dem Doc bei einer Appendix-Operation zur Hand geht.

Ich empfand Das Haus am Kongo als einen recht stimmungsvollen Roman, der sich schnell liest und der unterhaltsam ist. Als Leser fühlt man sich von der ersten Seite an in eine andere Zeit und an einen exotischen Ort versetzt, auch wenn ich die Protagonisten oft etwas stereotyp fand. Zudem gibt es eigentlich keine Figur, die ich sympathisch fand, am ehesten Doc Warwick, der jedoch auch ein wenig in seiner eigenen Welt lebt und für seine Arbeit seine Frau einem einsamen und isolierten Leben im Kongo überlässt.

Nichtsdestotrotz hat mir die Lektüre Spaß gemacht, und so empfehle ich Das Haus am Kongo als einen entspannenden Roman für schwülheiße Abende, an denen man sich perfekt in das Leben in Zentralafrika hineinversetzen kann.

Wilson Collison: Das Haus am Kongo. Aus dem Amerikanischen von Bettina Arlt. Louisoder Verlag, 2015, 260 Seiten; 19,90 Euro.

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