Psychose und Gewalt von Ulrich Ertel, Günter Lempa, Thomas Müller, Alois Münch und Elisabeth Troje (Herausgeber)

„In der öffentlichen Wahrnehmung sind Geisteskrankheit, Psychosen und Gewalt nach wie vor untrennbar miteinander verbunden, und ein Großteil des mit Psychosen assoziierten Stigmas beruht wohl auf einer Kontamination mit Bedrohung und Gefährlichkeit.“ (Seite 7)

Die Herausgeber des Bandes Psychose und Gewalt fokussieren in ihrem Buch auf die Auseinandersetzung mit äußerer und innerer Gewalt bei Psychosen, auf den Mythos der gewaltfreien Psychiatrie, auf eine Reflexion über Hass, Aggression und Gewalt in der Psychiatrie, auf Macht und Gewalt in der psychiatrischen Behandlung, auf Unsagbares, Angst und Hass in der analytischen Psychosentherapie, auf den Umgang mit Aggressivität bei psychotischen Erkrankungen sowie auf Suizidalität.

Im zweiten Teil des Buches setzen sich verschiedene Autoren mehr mit einem Fallbericht und dem damit verbundenen Thema von magischen, religiösen und kulturellen Wurzeln einer Psychose und mit Kommentaren zu diesem Fallbericht auseinander.

Ich bin Verhaltenstherapeutin, aber befasse mich seit drei Jahrzehnten mit Psychosen. Ich möchte so gut wie alles zum Thema Psychose lesen und setze mich aktuell etwas mehr mit Psychodynamik auseinander.

Für mich als Verhaltenstherapeutin war das Buch nicht einfach zu lesen, aber ich habe trotzdem relevante und spannende Impulse bekommen. Die Autor:innen des Buches umreißen die Themen Gewalt und Psychose in voller Breite und behandeln verschiedene Facetten der Thematik.

Trotzdem waren Teile des Buches für mich etwas unverständlich und auch etwas weniger relevant für meine verhaltenstherapeutische Arbeit im Bereich der Psychosenpsychotherapie.

Ulrich Ertel, Günter Lempa, Thomas Müller, Alois Münch und Elisabeth Troje (Herausgeber): Psychose und Gewalt. Forum der psychoanalytischen Psychosentherapie, Band 35. Psychosozial-Verlag, 2020, 207 Seiten; 29,90 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!