
„Etwas in seinem Gesichtsausdruck jagt mir einen Schauer über den Rücken. Dann schüttelt er beinahe unmerklich den Kopf. Fast als würde er mich warnen.“ (Seite 22)
Millie ist Ende 20 und hat die letzten 10 Jahre ihres Lebens im Gefängnis verbracht. Nun hat sie ihre Wohnung und ihren Job verloren, lebt in ihrem 10 Jahre alten Nissan, sucht verzweifelt nach einer neuen Anstellung.
Millie bekommt ausgerechnet bei den reichen Winchesters eine Stelle als Haushaltshilfe. Von Anfang an hat sie ein schlechtes Gefühl, findet einige Dinge im Haus beziehungsweise an der Familie suspekt oder gar unheimlich, aber sie braucht den Job.
Deshalb beißt Millie die Zähne zusammen und lässt sich sowohl von Nina Winchester als auch von ihrer Tochter Cecelia abwerten, herumkommandieren und entwürdigen.
Ich habe letztens zufällig Ausschnitte aus der Verfilmung gesehen, was mich neugierig auf das Buch gemacht hat, so dass ich plötzlich Lust auf die Lektüre dieses Buches, obwohl ich normalerweise keine Thriller lese.
Ich empfand Wenn sie wüsste als sprachlich bisweilen etwas unbeholfen, doch der Roman liest sich durchweg flüssig, ist unterhaltsam und spannend.
Alles in allem fand ich den Roman zwar deutlich überspitzt und die Figuren blieben sonderbar blass und oberflächlich, aber der Twist im Buch ist wirklich sehr aufregend und spannend, obwohl ich schon länger dachte, dass es noch eine Wende geben muss und einen vagen Verdacht hatte, wie diese Wende aussehen könnte.
Kurz vor Ende der Lektüre habe ich mir bereits den zweiten Teil bestellt und freue mich auf eine weitere packende Lektüre.
Freida McFadden: Wenn sie wüsste. Thriller. The Housemaid, Band 1. Übersetzung von Astrid Gravert und Renate Weitbrecht. Heyne Verlag, 2024, 400 Seiten; 13 Euro.