Wüstenblut von Zoë Ferraris

„Das war das Problem mit der Angst – sie vernebelte einem das Hirn.“

Südlich von Dschidda werden an einem abgelegenen Ort die Leichen von 19 Frauen gefunden. Alle wurden erschossen, allen wurden die Hände abgehackt. Die Polizei steht vor einem Rätsel, zumal die Frauen teilweise schon sehr lange tot sind, jedoch anscheinend von niemandem vermisst wurden.

Mitten in den Ermittlungen muss sich Lieutenant Colonel Inspector Ibrahim Zahrani mit einem privaten Problem auseinandersetzen: Seine Geliebte Sabria ist spurlos verschwunden. Bei seiner Suche nach Anhaltspunkten, was mit Sabria passiert ist und wo sie sich nun befindet, wird Ibrahim von seiner Kollegin Katya unterstützt, denn die Welt der Frauen ist ihm größtenteils verschlossen.

Ich kenne die Arabische Halbinsel von einer eigenen Reise, habe mich schon sehr intensiv mit dem Islam beschäftigt, habe bislang aber noch keinen Krimi gelesen, der in Saudi-Arabien spielt.

Mir hat der Krimi gut gefallen, vor allem weil man hier sehr viel über das Leben in Saudi-Arabien, die Scharia und die Situation von Einwanderern und von Frauen lernen kann. Die Autorin bietet dem Leser sehr spannende Einblicke, hat selbst in Saudi-Arabien gelebt, was man meiner Meinung nach merkt, denn die Schilderungen sind größtenteils sehr lebensnah und sehr realistisch.

Auch der Kriminalfall an sich hat mir gut gefallen, war komplex, aber glaubwürdig. Dass man zudem viele Informationen zum Privatleben der Hauptprotagonisten erhält, rundet das Buch perfekt ab.

Der Einstieg ins Buch fiel mir etwas schwer, da ich mir schlecht Namen merken kann, die Vorgängerromane nicht kenne und zu Beginn wirklich Probleme hatte, Personen zuordnen zu können, da sehr viele Personen auf einen Schlag vorgestellt wurden.

Alles in allem ist Wüstenblut aber ein spannender und unterhaltsamer Krimi, der den Leser nach Saudi-Arabien versetzt.

Zoë Ferraris: Wüstenblut. Aus dem Englischen von Karin Dufner. Piper, 2015, 384 Seiten; 9,99 Euro.

Dieser Post ist Teil des Themas „Arabische Halbinsel“ im Februar 2018.

2 Gedanken zu „Wüstenblut von Zoë Ferraris“

  1. Hey Romiy,
    sehr schöne Buchvorstellung. Das Buch kenne ich natürlich auch nicht, aber du hast mein Interesse geweckt. Ich habe nur einen Krimi aus Ägypten gelesen. Diamantenstaub von Ahmed Mourad. Das wäre evtl. auch was für dich. 🙂

    GlG vom monerl

    1. Oh, danke für den Tipp, das klingt spannend! Ein Ägypten-Thema steht auch noch auf meiner Ideenliste, aber vielleicht wird es auch ein allgemeineres Maghreb-Thema, weil ich viele Nagib Machfuz-Romane zwar gelesen, aber nicht rezensiert habe, und außer NM habe ich eher weniger Bücher aus und über Ägypten gelesen. Aber mal schauen…

      Liebe Grüße,
      Romy

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