Verbrechen und Strafe. Graphic Novel nach Fjodor Dostojewski von Bastien Loukia

„Wird nicht ein einziges winziges Verbrechen von tausend guten Taten wettgemacht? […] Für ein einziges ausgelöschtes Leben werden Tausende Leben wieder lebenswert.“ (Seite 39)

Der verarmte Student Rodion Romanowitsch Raskolnikow lebt in St. Petersburg und muss immer mehr seines (ohnehin eher kärglichen) Besitzes bei der gefürchteten, habgierigen Pfandleiherin Aljona Iwanowna versetzen. Bei diesen Gelegenheiten erkundet er ihre Wohnung und ihre Gewohnheiten, denn er plant ein Verbrechen, und eines Tages erschlägt er sie mit einem Beil. Auch ihre Schwester Lisaweta, die zufällig in der Wohnung der Pfandleiherin auftaucht, tötet er, kann zwar unbemerkt fliehen, doch findet keine Ruhe mehr.

Verbrechen und Strafe (in anderen Übersetzungen auch Raskolnikow oder Schuld und Sühne) erschien erstmals 1866 und gilt als erster großer Roman Fjodor Michailowitsch Dostojewskis.

Ich habe den Roman vor vielen Jahren in der Übersetzung von E. K. Rahsin gelesen, und obwohl ich Dostojewski generell als Autor sehr schätze und liebe, ist Verbrechen und Strafe mein Lieblingsroman des russischen Autors.

Die Graphic Novel zeichnet sich durch düstere, meisterhafte Zeichnungen aus, und ich empfand sie als sehr gelungen, auch wenn inhaltlich sehr viel gekürzt werden musste. So fokussiert die Graphic Novel auf den Mord, und die Nebenschauplätze, aber auch das Hadern Raskolnikows, seine Zweifel, seine philosophischen Überlegungen und Betrachtungen werden höchstens angerissen und wurden sehr begrenzt wiedergegeben.

Die Aufbereitung des Themas ist aber sehr gelungen, und ich finde, dass die Graphic Novel große Lust auf ein (erneutes) Lesen dieses wunderbaren Romans macht.

Bastien Loukia: Verbrechen und Strafe. Graphic Novel nach Fjodor Dostojewski. Übersetzung von Ingrid Ickler. Knesebeck, 2020, 160 Seiten; 25 Euro.

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