Die Schildbürger. Nacherzählt und mit einem Nachwort versehen von Matthias Reiner

„Die Klugheit ist unser Verhängnis.“ (Seite 11)

Einst waren die Schildbürger für ihre Klugheit bekannt, weswegen sie von den Bewohnern der umliegenden Städte und später gar von Herrschern aus weit entfernten Ländern immer wieder um Rat gefragt wurden.

Die Schildbürger halfen gern weiter, und so lebten die Männer oft weit weg von zu Hause, was den Frauen und Kindern in Schilda natürlich nicht gefiel. Die Frauen setzten ihre Männer schließlich unter Druck, so dass diese sich entscheiden mussten, wo sie in Zukunft leben wollen.

Und so beschlossen die Schildbürger, dass sie sich von nun an närrisch verhalten möchten, damit sie nicht mehr um Rat gefragt werden und daheim bleiben können.

Ich mochte schon als Kind die Geschichten um die Schildbürger, aber ich kannte die Geschichten noch nicht in dem Detail, wie sie im Buch erzählt werden.

Das Buch enthält all die Geschichten, die man schon einmal gehört oder gelesen hat, geht aber auch darüber hinaus und berichtet von Geschehnissen, die dem Leser möglicherweise noch nicht bekannt waren.

Ich fand das Buch sehr unterhaltsam, und auch die Zeichnungen in Gelb, Lila und Hellrot haben mir gefallen. Beim Lesen wird einem schnell klar, warum die Schildbürger ein Synonym für besonders einfältige Menschen sind, und warum diese Geschichten seit mehr als vier Jahrhunderten immer wieder erzählt werden.

Die Schildbürger. Nacherzählt und mit einem Nachwort versehen von Matthias Reiner. Illustriert von Katrin Stangl. Insel Verlag, 2020, 82 Seiten; 16 Euro.

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