Sarajevo von Joe Sacco

„Früher kamen wir hier alle miteinander aus. Ich glaube, wir alle haben den Krieg verloren.“ (Seite 137)

Joe Sacco trifft in Sarajevo auf Neven, der ihn unter seine Fittiche nimmt und ihm von seinen Erlebnissen im Bosnienkrieg erzählt. Sacco macht zudem Bekanntschaft mit weiteren Personen in Sarajevo und berichtet in seiner Graphic Novel von der Ausgangssituation in Jugoslawien, vom Ausbruch und dem Verlauf des Krieges, von verschiedenen paramilitärischen Einheiten und Konfliktparteien, von Kriegsverbrechen und Verlusten, von erlebten und verübten Gräueltaten, vom Ende des Krieges und seinen Folgen.

Ich kenne mehrere Graphic Novels von Sacco und bin jedes Mal begeistert von seinem zeichnerischen Können, seiner Beobachtungsgabe, der Relevanz der von ihm bearbeiteten Themen und der Eindringlichkeit der Texte.

Auch Sarajevo ist dabei keine Ausnahme, auch wenn ich diesmal ein paar Schwierigkeiten hatte, mich in die Graphic Novel einzulesen, und bei der Geschichte über Neven der Funke nicht ganz übergesprungen ist. Diese Geschichte ist mit Abstand die längste im Buch, doch ich persönlich empfand die zweite der drei Geschichten, diejenige, die sich um den Musiker Soba dreht, am gelungensten.

Saccos Zeichnungen sind düster und unheilschwanger, veranschaulichen so perfekt den Inhalt seiner Graphic Novel und bieten einen ebenso authentischen wie deprimierenden Einblick in den Bosnienkrieg.

Joe Sacco: Sarajevo. Edition Moderne, 2015, 169 Seiten; 22 Euro.

Dieser Post ist Teil des Balkan-Themas im Juli 2018.

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