Reise durch Slowenien

In der Altstadt von Ljubljana

Als wir vor fünf Jahren einen Roadtrip nach Kroatien planten, führte die Route durch Slowenien, und uns wurde klar, dass wir keine Ahnung von diesem Land haben, das immerhin seit 2004 Mitglied der EU und der NATO ist und bereits 2007 der Eurozone beitrat. Für uns war die Reise durch Slowenien nur ein notwendiger Transit auf dem Weg nach Kroatien, nichts, was uns besonders interessiert hatte.

Ich weiß noch wie heute, wie ich kurz darauf in einem Bücherwühltisch zufällig einen Reiseführer über Slowenien entdeckt habe und wie ich an diesem Tag nach Hause kam: begeistert, verzaubert und mit dem dringenden Wunsch, in diesem Land mehr Zeit zu verbringen und nicht nur schnell durchzufahren.

Wir haben nichtsdestotrotz nicht allzu viel Zeit in Slowenien verbringen können, weil der Fokus der Reise auf Kroatien lag, aber wir haben in dieser kurzen Zeit sehr viel Schönes gesehen. Da das Land nur halb so groß wie die Schweiz ist, ist es auch gar nicht schwer, in kürzester Zeit viel zu erkunden, und da Slowenien eine Küste, Berge, Seen, Höhlen, Wälder und Wasserfälle vorweisen kann und man sowohl Städte als auch unberührte Landschaften entdecken kann, hat man in Slowenien immer das Gefühl, dass man nicht in einem, sondern in x verschiedenen Ländern unterwegs ist.

Im Folgenden möchte ich einzelne Stationen unserer Reise vorstellen und mit ein paar Fotos veranschaulichen. Slowenien hat sich für mich/uns als das schönste Land der Welt herausgestellt, und wir hatten zwar nur eine kurze, aber eine sensationell schöne Zeit in dem kleinen Land.

BLED
Aus Osttirol kommend fuhren wir in etwa 2 1/2 h nach Bled, wo wir uns den See mit der kleinen Kirche auf der Insel anschauen wollten. Leider gab es an dem Tag ein Straßenfest, und wir sind eine halbe Ewigkeit auf der Suche nach einem Parkplatz herumgeirrt.

Da die Suche ergebnislos blieb, haben wir kurzerhand unsere Pläne geändert und haben uns auf den Weg zur Blejski vintgar (Vintgar-Klamm) gemacht. Diese liegt nur 4 Kilometer nordwestlich von Bled, mit dem Auto dauert die Fahrt eigentlich keine 15 Minuten, aber die Blejski vintgar war so schlecht ausgeschildert, dass wir die Suche danach fast aufgegeben haben. Doch dann haben wir dieses Schild gesehen und uns gefreut:

Schild zur Blejski vintgar

Ein kostenpflichtiger Wanderweg (damals 4 Euro) führt über Brücken und Holzpfade über das kristallklare Wasser und an spektakulären Felsformationen vorbei. Einen Wasserfall gibt es auch.

Blejski vintgar
Blejski vintgar

Die Blejski vintgar zählt wirklich zu den schönsten Orten, an denen ich jemals unterwegs war, und ein bisschen freue ich mich, dass man sich ein wenig bemühen muss, um dorthin zu gelangen.

Blejski vintgar
Blejski vintgar
Blejski vintgar

Nach unserem Ausflug zur Blejski vintgar sind wir nochmals nach Bled gefahren, haben ein paar Fotos geschossen, aber irgendwie stand unser Bled-Aufenthalt unter einem schlechten Stern, denn nach wenigen Minuten kam es zu einem Wolkenbruch mit Gewitter und Starkregen. Also haben wir uns auf den Weg nach Ljubljana gemacht, der charmanten Hauptstadt Sloweniens.

Blejsko jezero (Bleder See) mit Insel und Kirche

LJUBJLANA
Weniger als eine Stunde dauert die Autofahrt von Bled nach Ljubljana. Dort haben wir uns am nächsten Tag auf den Weg in die Altstadt Ljubljanas gemacht, die sehr schnuckelig und so klein ist, dass man sie locker in zwei Stunden erkunden kann.

In Ljubljanas Altstadt kann man z.B. die Tromostovje (Dreibrücken), die Zmajski most (Drachenbrücke), den Stari trg (Alter Platz) und die Ljubljanski Grad (Burg) besuchen. Von der Ljubljanski Grad aus hat man einen fantastischen Blick über die Stadt, und im Inneren gibt es eine Wendeltreppe, die zu Fotoexperimenten einlädt.

Zmajski most
Altstadt von Ljubljana
Treppe in der Ljubljanski Grad
Ljubljanski Grad
Blick von der Ljubljanski Grad auf Ljubljana

In einem Buch hatte ich zudem ein Foto des Nebotičnik entdeckt, des ältesten „Wolkenkratzers“ der Stadt, in dem es eine tolle Schneckenhaustreppe gibt, die ich unbedingt fotografieren wollte, weil ich Treppenfotos sehr liebe.

Treppenhaus im Nebotičnik (von unten)
Treppenhaus im Nebotičnik (von oben)

HÖHLEN VON ŠKOCJAN
Auf der Rückreise von Kroatien haben wir vom italienischen Trieste aus einen Ausflug in die Škocjanske jame (Höhlen von Škocjan, Höhlen von St. Kanzian) unternommen, die seit 1986 auf der UNESCO-Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit stehen.

Die Höhlen liegen nur etwa 30 Autominuten von Trieste entfernt. Der Fluss Reka hat in Škocjan einen riesigen Canyon gegraben, dessen Wände beinahe 100 Meter in die Tiefe stürzen. Je tiefer man in die Höhle eindringt, desto beeindruckender und unheimlicher wird es.

In den Höhlen selbst durften wir leider nicht fotografieren, aber an einigen Stellen war es erlaubt, und da habe ich gleich ein Panorama aufgenommen.

Škocjanske jame, Panorama

PIRAN
Ich liebe Venedig, und Piran, das auf der Halbinsel Istrien liegt und nur 45 Minuten von Trieste bzw. von den Škocjanske jame entfernt ist, hat mich mit seiner venezianischen Altstadt sehr an die italienische Lagunenstadt erinnert.

Piran ist ein kleines Städtchen, das als schönster Ort Sloweniens gilt (meiner Meinung nach vollkommen zu Recht), liegt diekt am Meer und ist weitgehend autofrei. Bevor man in die Altstadt gelangt, muss man sein Auto parken und dann in die Altstadt hineinlaufen, so dass man (genau wie in Venedig) kaum Motorengeräusche hört und eine besondere Stille erleben kann.

Altstadt von Piran
Altstadt von Piran

In Piran kann man entweder durch die kleinen Gässchen schlendern, mit etwas Glück Cellospieler durchs offene Fenster hören, Eis und Pizza essen, den Tartinijev trg (Tartiniplatz) besichtigen oder einfach am Meer sitzen, den Wellen zuschauen, den Möwen lauschen, die Sonne beim Untergehen beobachten und dabei richtig schön abschalten.

Piran
Hafen von Piran
Sonnenuntergang in Piran

WAS UNS IN SLOWENIEN BESONDERS AUFGEFALLEN IST UND GUT GEFALLEN HAT:
Das Land hat eindeutig in den Tourismus investiert, wurde durch diesen aber noch nicht kaputtgemacht und seiner Ursprünglichkeit beraubt, sondern wirkt wunderbar authentisch.

Sehenswürdigkeiten wie die Blejski vintgar waren vor fünf Jahren schlecht ausgeschildert, aber in hervorragendem Zustand, es gab damals noch kostenlose Stadtführungen durch Ljubljana, das Essen war gut, die Preise waren günstig, die Menschen freundlich und zuvorkommend.

EIN PAAR DINGE, DIE MAN ALS AUTOFAHRER IN SLOWENIEN BEACHTEN SOLLTE:
Vor ein paar Jahren wurden in Slowenien verschärfte Regeln für den Straßenverkehr eingeführt, um das Unfallrisiko zu reduzieren. Dies beinhaltet unter anderem, dass man während des gesamten Überholvorgangs den Blinker eingeschaltet lassen, die Warnblinkanlage beim Rückwärtsfahren anschalten und auch tagsüber mit Abblendlicht fahren muss. Bei Verletzung dieser Regeln wird man anscheinend mit hohen Geldbußen bedacht. Ich habe mich an diese (für mich teilweise sinnfrei klingenden) Regeln gehalten, aber ich hatte – ehrlich gesagt – das Gefühl, dass ich die Einzige bin, die das tut. Alles in allem muss ich sagen, dass ich Schlimmes über das Autofahren in Slowenien gehört habe, dass es aber in der Realität angenehm und vollkommen problemlos war.

Eine Vignette ist Pflicht, sobald man die Autobahnen benutzt. Diese ist für ein Jahr, für sieben Tage oder für einen Monat erhältlich. Für die Anreise aus Österreich über den Karawankentunnel ist eine Extragebühr zu entrichten.

REISEFÜHREREMPFEHLUNGEN:
Merian Slowenien
Baedeker Slowenien

Dieser Post ist Teil des Balkan-Themas im Juli 2018.

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