
„Ich glaube, es gibt nichts, vor dem man sich mehr fürchten sollte als vor sich selbst.“ (Seite 121)
Eine Frau, deren Namen wir erst spät im Buch erfahren, folgt einer Umleitung. Es ist nachts, sie kommt gerade von einem Kinobesuch mit ihrer Freundin und bemerkt irgendwann, dass sie eine falsche Straße gewählt und sich verfahren hat.
Zu Hause wartet ihr Mann auf sie, doch ihr Handy ist leer und sie kann ihn nicht informieren. Sie nimmt sich (immer wieder) vor, bei der nächsten Gelegenheit zu wenden, doch sie fährt immer weiter und weiter.
Esther Schüttpelz schreibt ihre Geschichte in langen Sätzen, und aus diesem Grunde fand ich den Roman schon von Anfang an etwas mühsam zu lesen. Bisweilen fand ich, dass die Autorin ein wenig zu belanglose Informationen vermittelt, und insgesamt empfand ich die Figuren als irgendwie schablonenhaft. Ich hatte keine einzige der Personen vor Augen, und alle sind irgendwie oberflächlich geblieben.
Auch fand ich den Roman sehr distanziert und unpersönlich, und auch die Tatsache, dass keine Namen genannt werden oder diese erst spät im Buch erwähnt werden, hat dazu beigetragen. So schreibt Schüttpelz von „die Frau“, „die Freundin der Frau“ und „der Mann“.
Irgendwie ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Obwohl ich den Roman stellenweise sehr gern gelesen habe und einige der Passagen sehr fesselnd fand, hat mich das Buch letztendlich nicht mitreißen können, und ich stehe dem Roman nach der Lektüre eher neutral gegenüber.
Esther Schüttpelz: Grüne Welle. Diogenes, 2026, 208 Seiten; 25 Euro.