Gebrauchsanweisung für die Alpen von Bene Benedikt

„Wer behauptet, der Weg sei das Ziel, hat sich entweder verlaufen, ist so spät aufgestanden, dass er den Gipfel vergessen kann, ist ein Heuchler oder einfach nur ein Spaziergänger.“

Bene Benedikt ist Chefredakteur der Zeitschrift „ALPIN“ und erzählt in seiner Gebrauchsanweisung für die Alpen von Bergführern und Hüttenwirten, Bergsteigern und Touristen, Seilbahnen und Alpenpässen, Käsereien und Brauereien, Abstürzen und Unfällen, Gletscherrückgang und Naturerbe, Äpfeln und Wein, Kunst und Kultur, Schnee und Skifahren, Reinhold Messner und Hans Kammerlander.

Ich kenne die Alpen recht gut und fand es schön, durch Bene Benedikt mehr über mir bereits bekannte Orte zu erfahren bzw. neue Orte kennen zu lernen.

Ich musste mich in die Gebrauchsanweisung für die Alpen erst einlesen, denn Benedikts Stil hat mir anfangs weniger gut gefallen: er drückt sich oft bemüht gewählt aus, wodurch sein Schreibstil etwas hölzern und gestelzt wirkt. Recht bald hat mir die Lektüre aber großen Spaß gemacht, der Autor erzählt auf oft humorvolle Art und sehr detailverliebt von den Alpen und gibt jede Menge Anekdoten zum Besten.

Der Autor hat viel zu erzählen, reißt eine Vielzahl von Themen an und weiß als Chefredakteur von „ALPIN“, wovon er spricht, kennt die Alpen wie seine Westentasche und hat spürbar Spaß daran, dieses Wissen mit dem Leser zu teilen. Ein bisschen hatte ich den Eindruck, dass er sich zu oft in Details verliert, zu oft abschweift und zu schnell von einem Thema zum anderen springt. Meistens fand ich dies spannend und unterhaltsam, aber bisweilen auch ein wenig anstrengend.

Es ist sicherlich keine leichte Aufgabe, die acht (ziemlich heterogenen) Alpenländer und die Komplexität der Alpen unter einen Hut zu bekommen. Bene Benedikt ist dies jedoch sehr gut gelungen, und seine Gebrauchsanweisung bietet dem alpenkundigen wie dem alpenunkundigen Leser unzählige Einblicke und Geschichten rund um das Gebirge.

Bene Benedikt: Gebrauchsanweisung für die Alpen. Piper, 2014, 224 Seiten; 14,99 Euro.

Dieser Post ist Teil des Berge-Monatsthemas im Januar 2019.

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