Reineke Fuchs von Reinhard Michl

„sei vorsichtig und lass dich nicht von ihm reinlegen, denn Reineke ist verschlagen und trickreich“ (Seite 20)

Jedes Jahr zu Pfingsten lässt König Nobel die Tiere zum Hoftag rufen. Alle Tiere versammeln sich, nur Reineke Fuchs fehlt.

Eigentlich soll das jährliche Treffen ganz ohne Feindseligkeiten stattfinden, doch durch die Abwesenheit von Reineke Fuchs nutzen die Tiere die Gelegenheit, sich über ihn zu beklagen.

Braun, der Bär, bekommt schließlich vom König den Auftrag, Reineke Fuchs zu suchen, und so macht er sich auf den Weg nach Malepartus, wo Reineke Fuchs mit seiner Familie lebt. Zwar findet Braun den Gesuchten, doch Reineke Fuchs legt ihn – und einen weiteren Boten – herein, bis es schließlich Grimbart, dem Dachs, gelingt, Reineke Fuchs zum König zu bringen, wo ein Urteil über ihn gesprochen wird.

Die Illustrationen im Buch sind wirklich großartig, sehr realitätsnah und mit wunderbaren Details. Schon allein deshalb ist Reineke Fuchs ein Buch, das ich sehr empfehlen kann. Doch auch die Geschichte selbst, die ich bereits so ähnlich aus meiner Kindheit kannte, ist spannend, unterhaltsam und lehrreich.

Das Buch liest sich sehr schnell, obwohl man immer wieder an den Illustrationen „hängenbleibt“ und sich in den Details der Zeichnungen verlieren kann.

Reineke Fuchs ist eine tolle Geschichte, die von Reinhard Michl zudem hervorragend in Szene gesetzt wurde, die sich trotz der schönen Zeichnungen aber nur eingeschränkt für Kinder eignet (z.B. aufgrund der erwähnten Vergewaltigung der Wölfin Gieremund).

Die Nacherzählung von Matthias Reiner basiert auf dem mittelniederdeutschen Epos Reynke de vos, das vermutlich von einem Geistlichen aus Norddeutschland verfasst und 1498 erstmals in Lübeck gedruckt wurde.

„Dass der größte und begabteste Lügner, natürlich immer in eigener Sache und zum eigenen Vorteil, am Schluss zum ersten Mann im Staat ernannt wird, ist auch über 500 Jahre nach Erscheinen des Reynke de vos eine unangenehme, aber plausible Pointe.“ (Seite 90)

Reineke Fuchs. Nacherzählt und mit einem Nachwort versehen von Matthias Reiner. Illustriert von Reinhard Michl. Insel Verlag, 2019, 89 Seiten; 18 Euro.

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