Nick Cave von Tino Hanekamp (Hörbuch)

„Die meisten von uns wollen sich nicht verändern. Warum auch? Letztlich modifizieren wir nur das ursprüngliche Modell. Wir bleiben, wer wir sind, und werden dabei lediglich und hoffentlich bessere Versionen unserer selbst. Aber was, wenn ein Ereignis eintritt, das so katastrophal ist, dass du einfach ein anderer wirst?“ (CD 2, Track 7)

Ich mag viele Lieder von Nick Cave, war aber nie ein riesiger Fan. Ich empfand ihn auch nie als sonderlichen Sympathieträger, und auch über weite Strecken des Hörbuchs hinweg bin ich mit ihm als Person nicht wärmer geworden. Gegen Ende des Hörbuchs hat sich dies allerdings tatsächlich und unerwartet verändert, aber auch ohne diese Wendung würde ich das (Hör-) Buch voll und ganz empfehlen, weil es einfach spannend und unterhaltsam ist und gut erzählt wird.

Auch die Lesung hat mir extrem gut gefallen: Tino Hanekamps Stimme ist sehr angenehm und sorgt dafür, dass man gebannt seinen Schilderungen lauscht.

Hanekamp erzählt von einer Mexiko-Reise mit seiner Freundin, deren Ziel ein Cave-Konzert und ein Gespräch mit dem Sänger ist. Neben all den Beschreibungen der Reise an sich erzählt Hanekamp z.B. von Drogenkartellen, aber natürlich vor allem von Cave selbst: von seinem Leben, seinem Drogenmissbrauch, seiner Zeit in Berlin und London, seinen Alben, seinen Beziehungspartnern, dem tragischen Tod seines Sohnes. Besonders gelungen fand ich dabei, dass man beim Hören das Gefühl bekommt, Cave gerade persönlich kennengelernt, mit ihm zusammengesessen, mit ihm geplaudert zu haben.

Hier erhält man viele Informationen über Cave und wird perfekt unterhalten. Wunderbar!

Tino Hanekamp: Nick Cave. Gelesen von Tino Hanekamp. Argon Verlag, 2020; 9,99 Euro.

Dieser Post ist Teil meines Musik-Monatsthemas im Februar 2020.

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