Indien 151. Porträt des faszinierenden Subkontinents in 151 Momentaufnahmen von Andrea Glaubacker

„Jeder Europäer, der nach Indien kommt, lernt Geduld, wenn er keine hat, und er verliert sie, wenn er sie hat.“ (Seite 98)

Andrea Glaubacker stellt Indien in Form von 151 Stichworten von A bis Z vor, erzählt u.a. von Aberglaube und Religion, Adivasi und Kasten, Affen und Schlangen, Alter und Armut, Barbieren und Haaropfern, Bettlern und Slums, Chai und Chili, Dabbawallahs und Dhobis, Diwali und Holi, Familie und Heirat, Ganges und Varanasi, Gerüchen und Geräuschen, Hijras und Frauenrechten, Himalaya und Goa, Zugfahren und Rikschas, Kinderarbeit und Korruption, Kühen und Elefanten, Sadhus und Schlangenbeschwörern.

Ich habe schon sehr viel über Indien und von indischen Autoren gelesen, so dass mir viele Aspekte, die Glaubacker in ihrem Buch anspricht, bereits geläufig waren. Ich habe aber auch sehr viel Neues erfahren, denn Glaubacker nähert sich Indien auf etwas unkonventionellere Weise, erzählt von Dingen, die man nicht schon aus x Reiseführern kennt.

Indien 151 war meine erste Begegnung mit der 151-Reihe, und mir hat das Konzept sehr gut gefallen. Natürlich sind nicht alle Themen für alle Leser gleich spannend, aber durch die schönen Fotos, die neugierig auf die Texte machen, und die ebenso knappen wie unterhaltsam geschriebenen und informativen Texte liest sich das Buch flott, und selbst Aspekte, die mich zuvor vielleicht weniger interessiert haben, wurden so gut aufbereitet, dass das Buch auf keiner einzigen Seite langatmig oder weniger relevant war.

Indien 151 ist ein spannendes und hilfreiches Buch für Indien-Reisende, aber auch eine lesenswerte Lektüre für alle, die daheim bleiben und sich Indien lediglich literarisch nähern wollen. Zudem war dies sicher nicht mein letztes Buch aus der 151-Reihe, da das Konzept sowohl übersichtlich gestaltet als auch etwas entfernt vom Mainstream der Reiseliteratur ist.

Andrea Glaubacker: Indien 151. Porträt eines faszinierenden Subkontinents in 151 Momentaufnahmen. Conbook, 2020, 288 Seiten; 16,95 Euro.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.