How to Kill Yourself daheim. Der Atlas für wahnsinnig Heimatverbundene und heimatverbundene Wahnsinnige von Markus Lesweng

„Sicherlich, die große, weite Welt ist randvoll mit spektakulären wie brandgefährlichen Orten und Sehenswürdigkeiten. Doch schnell vergisst man, wie viel nackter Wahnsinn sich zwischen Türschwelle und Naherholungsgebiet finden lässt: Auch Deutschland, Österreich und die Schweiz können dem leichtsinnigen Reisenden von Welt eine Menge bieten.

Wer also kein Vermögen ausgeben möchte, um sich und seine Familie in akute Gefahr zu bringen, ist mit diesem Reiseführer bestens bedient […].“ (Seite 11)

Ich habe schon How to kill yourself abroad von Markus Lesweng mit großer Begeisterung gelesen, und auch seine lokale Variante eines Reiseführers für waghalsige und garantiert katastrophal endende Ausflüge ist lustig, bitterböse und rundum gelungen.

Im Reiseführer findet man z.B. Tipps für Giftmülldeponien und radioaktiv verstrahlte Gegenden, für Tierangriffe, für Gletscherspaltenstürze und für Reisen in Extremistenhochburgen (rechts, links, Salafisten).

How to kill yourself daheim liest sich sehr unterhaltsam, und der Humor Leswengs ist wirklich sehr schwarz. Bisweilen ist Lesweng kurz davor, die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten, und vielleicht geht er manchmal auch einen Millimeter über die Grenze hinaus, aber immer ist sein Buch informativ und sehr amüsant.

Das Buch zeigt schöne Fotos von Orten, die zu eigenen Reisen einladen, bis man den dazugehörigen Text gelesen hat und einem ein Ausflug sofort verleidet wird – sofern man kein Sensation Seeker ist und am Leben hängt.

„Wer Lust auf einen kräftigen Kulturschock hat, kann ja mal nüchtern auf die Wiesn gehen. So verliert auch der Tod an Schrecken.“ (Seite 166)

Markus Lesweng: How to kill yourself daheim. Der Atlas für wahnsinnig Heimatverbundene und heimatverbundene Wahnsinnige. Conbook, 2019, 192 Seiten; 19,95 Euro.

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