Der Atem der Welt von Carol Birch

„Der Tiger hatte magische Türen geöffnet.“

Der achtjährige Ich-Erzähler Jaffy Brown wächst in Armut und Elend in den Londoner Docklands auf. Eines Tages trifft er auf offener Straße auf einen entlaufenen Tiger – wodurch sich sein Leben völlig ändert. Er bekommt eine Anstellung bei Mr Jamrach, einem Naturforscher, Importeur exotischer Tiere und Besitzer des Tigers, und arbeitet in dessen Menagerie. Eines Tages heuert er schließlich auf dem Walfänger Lysander an und begibt sich auf eine große und ereignisreiche Reise.  

Ich habe das Buch bereits 2012 gelesen und war damals restlos begeistert von diesem wunderbaren Roman, der den Leser in andere Welten entführt.

Der Autorin gelingt es hervorragend, Orte, Gerüche, Situationen bildhaft und lebensnah zu beschreiben. Egal, wovon sie erzählt (vom Leben in London, von den Tieren in Jamrachs Menagerie, von der Ausfahrt der Lysander aus dem Londoner Hafen, von der Seereise, dem Fangen und Zerlegen eines Wales sowie allen nachfolgenden Ereignissen), es wirkt stets authentisch, ist detailliert, lebendig und durchgehend spannend. Als Leser ist man bei der Lektüre so sehr gefesselt, dass man Raum und Zeit vergisst, sich vollkommen treiben lassen kann und von Anfang bis Ende von der Geschichte gefangen ist.

Der Atem der Welt ist ein großartiger und vielfältiger Roman – eine absolute Leseempfehlung und eines meiner Lesehighlights 2012.

Carol Birch: Der Atem der Welt. Aus dem Englischen von Christel Dormagen. Insel Taschenbuch, 2013, 393 Seiten; 9,99 Euro.

Dieser Post gehört zum Tiere-Thema im Mai 2017.

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