
„Die Interpersonelle und Soziale Rhythmustherapie (IPSRT) wurde von Ellen Frank und ihrem Team an der Universität Pittsburgh als Behandlungsmethode für Bipolare Störungen entwickelt […]. Sie besteht aus zwei Komponenten: Interpersonelle Psychotherapie, die auf belastende Beziehungen abzielt, und Soziale Rhythmustherapie, die auf die biologische Uhr wirkt […].“ (Seite 17)
Holly A. Swartz beschreibt in ihrem Buch zunächst, was zirkadiane Rhythmen sind und wie sie sich im Tagesverlauf verändern sowie welcher Zusammenhang zwischen zirkadianen Rhythmen und bipolaren Störungen besteht.
Danach geht sie auf soziale Rhythmen ein und beschreibt den Zusammenhang zwischen diesen und bipolaren Störungen sowie die wichtigsten Aspekte bipolarer Störungen.
Sie stellt im Folgenden die Verwendung der Sozialrhythmusmetrik vor und geht näher darauf ein, wie man dafür Ziele festlegt. Außerdem beschreibt sie die Rolle des Schlafes sowie die Identifikation von und den Umgang mit Rhythmusstörungen.
Am Ende ihres Buches geht sie auf Beziehungen und Rhythmen sowie auf die Rückfallprophylaxe und Stabilisierung von Rhythmen ein.
Ich habe viel Erfahrungen mit der Behandlung von bipolaren Störungen und war neugierig auf weitere Impulse.
Ich empfand die Lektüre als sehr spannend. Die Zusammenfassung der diagnostischen Kriterien der Depression, der Hypomanie und der Manie ist sehr gut gelungen, sodass ich das Buch auch für Laien perfekt geeignet finde. Die Fallbeispiele veranschaulichen die Inhalte des Buches sehr gut. Auch die klaren Erläuterungen, wie man aus welchem Grund vorgeht, empfand ich als sehr hilfreich, praxisnah und nachvollziehbar.
Auch wenn Tagesstruktur und Stabilisierung des Schlaf-Wach-Rhythmus bereits wichtige Facetten meiner psychotherapeutischen Tätigkeit waren, werde ich in Zukunft weitere Details aus diesem Buch in meine Behandlung von Menschen mit bipolarer affektiver Störung einbinden. Ich bin der Autorin somit sehr dankbar für wichtige Impulse und hilfreiche Arbeitsblätter, die man zudem noch online herunterladen kann.
„Für Menschen mit Bipolarer Störung sind regelmäßige soziale Rhythmen besonders wichtig: Sie können helfen, die zirkadianen Rhythmen zu stabilisieren und so die Stimmung auszugleichen.“ (Seite 36)
Holly A. Swartz: Der inneren Uhr vertrauen. Bipolare Störungen mit der Sozialen Rhythmustherapie stabilisieren. Übersetzung von Nadja Stehlin. Psychiatrie Verlag, 2026, 189 Seiten; 22 Euro.