Morgen gehe ich einkaufen, falls der Markt noch steht. Leben und Überleben im Kongo von Judith Raupp

„Nein, wir bleiben.“
„Seid ihr verrückt? Wieso das denn?“
„Wegen der Menschen.“
(Seite 7)

Seit 2011 leben Judith Raupp und ihr Partner Emanuel in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Bereits 2020 war der Rückflug nach Deutschland geplant, doch dann beschließen die beiden spontan, doch im Land zu bleiben.

Nun, im Jahre 2025, sind sie noch immer in der DRK, die früher Zaire hieß und manchmal Kongo-Kinshasa genannt wird, um das Land von der Republik Kongo (Kongo-Brazzaville) zu unterscheiden, und erleben ihren zweiten Krieg im Land.

Sie befinden sich in Goma im Ostkongo, das von Rebellen der Miliz Mouvement du 23 Mars (M23) infiltriert wird, suchen Zuflucht in einem Hotel am Kiwusee, sind dort relativ sicher, sorgen sich aber um ihre Freunde in der Stadt.

Ich interessiere mich seit jeher für die beiden Kongos und weiß selbst nicht genau, woher das rührt. Irgendwie bin ich aber fasziniert von den beiden Ländern, vor allem von der DRK, und interessiere mich für seine (leider sehr blutige) Geschichte.

Ich empfand dieses Buch als extrem spannend und war hier voll und ganz mit dabei im Land. Raupp erzählt von Krieg und Armut, von Gewalt und Gefahr, aber auch von liebenswerten Menschen, von Unterstützung, von der Schönheit und dem Reichtum des Landes, das aber trotzdem zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Raupp berichtet so lebendig, dass man fast meint, mit dabei zu sein. Das Ganze ist extrem spannend, aber auch extrem schockierend und irgendwie furchteinflößend.

Und eines ist mir beim Lesen wieder klar geworden: Der Kongo ist ein Land, das mich reizt, das ich aber niemals bereisen werde.

„Man weiß nie, was morgen ist.“ (Seite 43)

Judith Raupp: Morgen gehe ich einkaufen, falls der Markt noch steht. Leben und Überleben im Kongo. C.H. Beck, 2026, 297 Seiten; 20 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!