
„Denn nur, was wir kennen, können wir erkennen. Und nur, was wir erkennen, können wir auch heilen.“ (Seite 9)
Katharina Drexler befasst sich in ihrem Buch initial mit dem bisherigen Wissen über ererbte Wunden, stellt danach die Charakteristika übertragener Traumata vor, schildert das von ihr entwickelte therapeutische Vorgehen.
Im Folgenden erklärt sie, wie die Verarbeitung ererbter Wunden in die Therapieplanung eingebunden werden kann, berichtet von ererbter Trauer, von Hilflosigkeit und Hilflosigkeit, erzählt mehrere Fallgeschichten.
Am Ende des Buches finden sich sechs Übungen, unter anderem eine Übung zum Wohlfühlort, die Tresorübung und eine außenorientierte 5-4-3-2-1-Übung.
Ich habe mich schon sehr viel mit Traumatisierung, aber (fast) gar nicht mit transgenerationalen Traumata befasst.
Die Idee im Buch klingt vielleicht erst einmal ein wenig esoterisch, wenn man nicht weiß, dass transgenerationale Traumata viel beforscht wurden und dass diese als gesicherter klinischer Befund gelten, was sich auch neurobiologisch zeigen lässt.
Dieses Buch gibt wichtige Impulse, auch wenn ich weder mit EMDR noch tiefenpsychologisch arbeite. Vieles im Buch war für mich aber auch nicht ganz passend, entspricht nicht meiner Arbeitsweise beziehungsweise meinem Wesen.
Die vielen Fallberichte empfand ich nicht nur als hilfreich, sondern auch als spannend zu lesen.
„Wir können davon ausgehen, dass Träume der Verarbeitung von Erlebnissen dienen. Wenn allerdings das Erlebte unsere Selbstheilungskräfte übersteigt, wachen wir aus dem Traum auf, ohne einen Ausweg aus der Situation gefunden zu haben. Wiederholte Träume stellen einen wichtigen Auftrag tieferer Bewusstseinsschichten dar. Werden jedoch sogar in Psychotherapien vererbte Traumata nicht als solche erkannt, kann der Auftrag noch so oft gestellt werden, erledigt wird er nicht.“ (Seite 16)
Katharina Drexler: Ererbte Wunden heilen (Leben Lernen, Bd. 360). Therapie der transgenerationalen Traumatisierung. Klett-Cotta, 2026, 196 Seiten; 30 Euro.