
„Ja, ich würde die ganze Geschichte erzählen, auf der auch der Zauberberg-Roman basiert, der ja selbst nur ein holografischer Splitter ist, trotz seines beeindruckenden Umfangs und künstlerischen Anspruchs.“ (Seite 24)
Norman Ohler reist mit seiner Tochter zum Skifahren nach Davos, dorthin, wo Thomas Mann seinen Zauberberg angesiedelt hat.
Ohler befasst sich mit verschiedenen Facetten von Davos, zum Beispiel Kindersklavenmarkt, Tuberkulose, Thomas Mann und natürlich mit seinem Roman Der Zauberberg, mit Klabund, Erstem Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, Martin Heidegger, Nationalsozialismus und Penicillin.
Ich habe Der Zauberberg noch nicht gelesen und war auch noch nie in Davos, habe aber die großartigen Bücher Der totale Rausch und Der stärkste Stoff von Ohler gelesen und war deshalb neugierig auf ein weiteres Buch von ihm.
Ohlers Buch liest sich unterhaltsam und flüssig. Ich war hier mit vor Ort, habe Davos kennengelernt und fand die Lektüre sehr spannend und lehrreich. Einige Passagen (vor allem im späteren Verlauf des Buches) fand ich bisweilen etwas langatmig, habe hier quergelesen.
So richtig Lust auf Manns Roman hat mir Ohler nicht gemacht. Aber das habe ich auch nicht erwartet. Interessant fand ich seine Idee und seine Ausführungen aber allemal.
Norman Ohler: Der Zauberberg, die ganze Geschichte. Diogenes, 2024, 272 Seiten; 25 Euro.