
„In einer Sprache, die leuchtet, kratzt und singt, gleitet dieses schillernde Debüt durch Erinnerung und Identität und schenkt dem Entwurzelten eine poetische Heimat.“ (Klappentext, Zitat von Samira el Ouassil)
Salomé Abergel, eine jüdisch-marokkanische Künstlerin, lebt in Amsterdam.
Doch die Geschichte in Oroppa beginnt damit, dass Salomé nur noch um die 40 Kilogramm wiegt, an einer Lungenentzündung erkrankt ist und im Sterben liegt.
Gegen alle Prognosen erholt sich Salomé wieder, und der Roman erzählt schließlich von Salomé, von ihrem sozialen Umfeld und vom Leben in Städten wie Paris, Tunis und Casablanca.
Dieses Hörbuch wurde unheimlich toll inszeniert und ist sehr stimmungsvoll, wozu zum Beispiel die orientalische Musik, die zwischen den Kapiteln immer mal wieder eingespielt wird, beiträgt. Auch die Lesung durch Gabriele Blum ist sehr gelungen, und ich habe hier extrem gerne gelauscht und gestaunt.
Der Roman wird opulent erzählt und weist einen lebendigen, anspruchsvollen Stil auf. Er ist bisweilen aber auch verwirrend und ausufernd, hat mich dabei an Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erinnert, die ausschweifend erzählt sind und in denen man viele spannende Details entdecken kann, die sich erst beim wiederholten Lesen oder Hören entfalten.
Ich empfand das Buch als humorvoll erzählt, und Safai el Khannoussi weist viel Sprachwitz auf.
Das Buch hat es mir trotz der vielen positiven Aspekte nicht immer leicht gemacht, und der Funke ist nicht ganz übergesprungen. Aber wer in eine blumig imd lebendig beschriebene Welt eintauchen möchte sowie Europa und Nordafrika mit allen Sinnen spüren und erleben will, dem lege ich den Roman sehr ans Herz.
Safae el Khannoussi: Oroppa. Aus dem Niederländischen von Stefanie Ochel. Lesung von Gabriele Blum. Audiolino, 2026; 24,90 Euro.