Wagner. Die Graphic Novel von Andreas Völlinger und Flavia Scuderi

„Er war genialer Komponist, flammender Revolutionär und Staatsfeind, liebender Ehemann, charakterloser Opportunist, ätzender Antisemit, romantischer Liebhaber, komplexbeladener Paranoiker, väterlicher Mentor, skrupelloser Ehebrecher, freigiebiger Freund, luxussüchtiger Verschwender, temperamentvoller Dirigent, neidzerfressener Künstlerkollege, humorvolles Unterhaltungstalent, selbstverliebter Egozentriker, begeisterter Vater, kontroverser Kunsttheoretiker und begnadeter Selbstdarsteller.“ (Seite 44)

Die Graphic Novel Wagner gewährt einen knappen, aber sehr gelungenen Einblick in das Leben und das Werk Richard Wagners. Der Leser erfährt so vom musikalischen und vom politischen Menschen Wagner, von den wichtigsten Stationen seines Lebens, von beeinflussenden Begegnungen, von finanzieller Not und Antisemitismus, von der Unterstützung durch Ludwig II von Bayern, von Erfolgen und Misserfolgen.

Die Zusammenfassung eines ganzen Lebens auf weniger als 50 Seiten ist natürlich stark reduziert, aber die Graphic Novel macht sehr neugierig auf die weitere Beschäftigung mit Wagners Leben und seiner Person, bietet einen guten Grundstock für das Lesen einer ausführlicheren Biografie, da man durch die Graphic Novel schon ein paar Eckdaten erhält, an die man Wissen anknüpfen kann.

Mir hat die Graphic Novel mit den großartigen Zeichnungen sehr gut gefallen, und da ich die Overturen und Preludes Wagners sehr schätze und kurz nach der Lektüre meine erste Wagner-Oper live erlebt habe, hat mich die Graphic Novel zusätzlich sehr motiviert, mich mehr mit diesem spannenden Menschen auseinanderzusetzen.

Andreas Völlinger und Flavia Scuderi: Wagner. Die Graphic Novel. Knesebeck, 2013, 48 Seiten; vergriffen (antiquarisch erhältlich).

Dieser Post ist Teil meines Musik-Monatsthemas im Februar 2020.

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