Schlagwort-Archive: Reinhard Kuhnert

Bei aller Liebe von Jane Campbell (Hörbuch)

„Es würde zu lange dauern, das enges Bündnis der Widersprüche in der Natur des Menschen zu erklären, das die Liebe gelegentlich das Aussehen des zum Letzten entschlossenen Verrates gibt. Vielleicht gibt es auch keine brauchbare Erklärung.“ (Zitat von Joseph Conrad)

Im Jahre 1941, mitten im Blitzkrieg, wird die junge Sophy von einer Explosion erfasst. In letzter Sekunde rettet sie der Sanitäter Joe, trägt sie in Sicherheit – und noch in dieser Nacht kommen sich die beiden näher. Am Morgen trennen sich ihre Wege.

Fünf Jahre später schreibt Sophy, inzwischen glücklich mit Kurt verheiratet und Mutter der kleinen Agnes, einen Brief an Joe. Darin erzählt sie ihm nicht nur von ihrer Erinnerung an jene Nacht, sondern gesteht ihm auch die Möglichkeit, dass er Agnes’ leiblicher Vater sein könnte.

Sophy bittet ihren Bruder Malcolm, das Schreiben an Joe weiterzuleiten – doch dann sterben Sophy und ihr Mann bei einem Autounfall, und Malcolm gibt den Brief nicht weiter an Joe.

Agnes wächst nach dem Tod ihrer Eltern bei den Großeltern und ihrem Onkel auf, und Jahrzehnte später plagen Malcolm Reue und das Bedürfnis, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen. Er beschließt, Sophys Brief bei der Hochzeit von Elfie, Agnes’ Tochter, zu überreichen.

Brisant wird die Situation, weil auch Joe – heute ein angesehener Arzt – unter den Hochzeitsgästen ist und Agnes längst persönlich kennt.

Mir hat der Roman leider nicht gefallen, auch wenn er wirklich sehr stimmungsvoll und eindringlich eingelesen wurde und ich den sehr angenehmen Stimmen von Reinhard Kuhnert, Jana Kozewa und Oliver Siebeck sehr gerne gelauscht habe.

Das Thema hat mich überhaupt nicht abgeholt bzw. teilweise regelrecht abgestoßen, z.B. wenn es um die Wiederbegegnung von Psychoanalytiker und ehemaliger Patientin geht oder bzgl. der vielen Stereotypien in Zusammenhang mit Psychoanalyse, Affären etc. Auch empfand ich den Erzählstil als zu weitschweifig, und ich habe mich zum Weiterhören regelrecht zwingen müssen.

Jane Campbell: Bei aller Liebe. Übersetzung von Bettina Abarbanell. Ungekürzte Lesung von Reinhard Kuhnert, Jana Kozewa und Oliver Siebeck. Argon, 2024; 15,95 Euro.

Das Flüstern der Bienen von Sofía Segovia (Hörbuch)

„Es wäre einem Wunder gleichgekommen, wenn diese aufgeblasenen Schnösel, in deren Händen das Schicksal des Landes lag, rechtzeitig auf die Experten gehört hätten. Jetzt war es zu spät.“ (Track 35)

In der mexikanischen Stadt Linares fand Nana Reja eines Tages ein Baby „unter einem Teppich aus wimmelnden Bienen“, das Simonopio genannt wird.

Simonopio wird von den Gutsbesitzern Francisco und Beatriz Morales aufgenommen, die ihn wie ihr eigenes Kind aufziehen und lieben.

Der Junge, den die meisten Bewohner der Stadt unheimlich finden, da er stets von einem Bienenschwarm umringt ist und ein Kind des Teufels zu sein scheint, kann aufgrund einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte nicht sprechen, entwickelt sich aber zu einem exzellenten Beobachter und hat Talente und Gaben, von denen die Bewohner Linares‘ nichts ahnen.

Als die Spanische Grippe die Stadt heimsucht, ist Simonopio die große Hoffnung für die Anwohner von Linares.

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