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Einstein im Bade von Daniel Mellem

„Meines Erachtens darf es gar nicht erst dazu kommen, dass ein Gast einen Wunsch verspürt, den der Gastgeber nicht längst erfüllt hat. Es gilt, mögliche Wünsche nicht abzulesen, sondern sie vorauszusehen.“

Im September 1920 ereignet sich im Hotel „Rastender Kranich“ in Bad Nauheim ein äußerst seltenes Ereignis: Jemand hat sich beschwert.

Philipp Lenard, Physikprofessor aus Heidelberg, taucht im Hotel auf und wird vom Direktor persönlich in Empfang genommen. Lenard ist anlässlich der 86. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte angereist – und er ist nur einer von unzähligen und namhaften Wissenschaftlern.

Als der Direktor des Hotels – Kleeberger – Lenard sein Zimmer zeigt, passiert es: Das Zimmer, das für Lenard gedacht war, ist bereits belegt. Und als die beiden das Zimmer betreten, steht vor ihnen der berühmte und splitterfasernackte Max Planck.

Dann zeigt sich zudem noch, dass die beiden sich überhaupt nicht mögen, sodass die Situation noch schwieriger ist als sowieso schon.

Das Zimmer wurde versehentlich doppelt belegt, und Lenard ist unzufrieden mit der Alternative. Kleeberger verspricht, dass Lenard nur eine Nacht zur Straße hin schlafen muss und gleich am nächsten Tag ein Zimmer mit Innenhofblick bekommen wird.

Ein Versprechen, das Kleeberger sehr sicher nicht halten kann, denn das Hotel ist komplett ausgebucht. Aber Kleeberger legt sich ordentlich ins Zeug.

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