Sexuelle Funktionsstörungen. Leitfaden für die Psychotherapie und ärztliche Praxis von Elisabeth Drimalla

„Deshalb ist es sowohl in der somatischen Therapie als auch in der Psychotherapie so unerlässlich, nach der Sexualität zu fragen, die biopsychosozialen Faktoren und ihr Zusammenspiel zu eruieren, diagnostisch abzuklären und bei dem therapeutischen Vorgehen zu berücksichtigen.“ (Seite 5)

Elisabeth Drimalla setzt sich im ersten Teil ihres Buches mit dem biopsychosozialen Ansatz sexueller Funktionsstörungen auseinander, geht dann näher auf die Diagnostik ein (sexuelle Funktionsstörungen bei der Frau und beim Mann sowie „diagnostischer Werkzeugkoffer“) und befasst sich schließlich ausführlich mit der Therapie sexueller Funktionsstörungen (Wirkfaktoren, Fallstricke, „therapeutischer Werkzeugkoffer“, Therapieplanung, therapeutischer Prozess etc.).

Sexuelle Funktionsstörungen sind nicht der primäre Fokus meiner psychotherapeutischen Tätigkeit, aber es ist ein Thema, das immer wieder aufkommt und über das ich mehr wissen wollte.

Ich arbeite verhaltenstherapeutisch, die Autorin tiefenpsychologisch. Das hat mich nicht gestört, auch wenn ich manche Abschnitte nur quer gelesen habe, weil sie für meine Arbeit weniger relevant oder hilfreich sind.

Alles in allem habe ich viel gelernt und konnte von der Lektüre profitieren, obwohl es weder mein therapeutischer Schwerpunkt noch die „passende“ Therapieschule ist. Besonders gelungen fand ich die vielen Fallberichte, die sich durchs ganze Buch ziehen, so dass man Betroffene über verschiedene Behandlungsstadien hinweg begleitet und die im Buch vermittelten Inhalte sehr anschaulich und praxisnah präsentiert bekommt.

Auch den Anhang mit Fragebögen und Literaturempfehlungen empfand ich als bereichernd.

Drimalla behandelt hier ein wichtiges Thema mit adäquater Ausführlichkeit und bietet eine gelungene Übersicht über relevante Aspekte der Thematik.

Elisabeth Drimalla: Sexuelle Funktionsstörungen. Leitfaden für die Psychotherapie und ärztliche Praxis. Schattauer, 2021, 256 Seiten; 38 Euro.

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