Sextant. Die Vermessung der Meere von David Barrie

„Wer sich in die unerforschten Weiten des Pazifiks wagte, riskierte also Schiffbruch, Meuterei, Kriege, Krankheiten, Durst, Hunger und die besonders heimtückische Mangelernährung.“

David Barrie möchte in seinem Buch den Sextanten lebendig werden lassen – und das gelingt ihm! Er erzählt von einer eigenen Atlantiküberquerung und damit von seinen eigenen Erfahrung mit Sextanten und Navigation. Er verwebt diese eigenen Erlebnisse mit den Berichten von Seefahrern wie William Bligh oder Captain Cook und berichtet so von der Geschichte der Seefahrt, von Astronomie und von den Orientierungsmöglichkeiten auf See, aber auch von Navigation bei Tieren.

Das Meer und Geschichten von Seefahrern haben mich schon als Kind fasziniert, und beim Lesen von Sextant. Die Vermessung der Meere habe ich von Anfang an die Begeisterung des Autors für das Thema gespürt, und mit dieser ausgeprägten Begeisterung hat er mich anstecken und mich neugierig auf den weiteren Verlauf des Buches machen können.

Barrie schafft es, dass man als Leser an einer längst vergangenen Zeit teilhat, in der Seefahrer ohne Technik und mit großer Unsicherheiten die Weltmeere bereisten und in der sie sich in Gefahr begaben, und macht dabei deutlich, wie sie es geschafft haben, sich auch ohne moderne Hilfsmittel zu orientieren. Barrie erzählt dabei detailreich und lebendig, so dass man sowohl in furchtsamen als auch in faszinierenden Momenten mit ihm an Bord ist:

„Trotzdem war es beunruhigend, sich vorzustellen, dass wir auf etliche Tausende Meter tiefem Wasser schaukelten und nur von einige Zentimeter dickem Holz über Wasser gehalten wurden.

Als ich in der zweiten Nacht auf See allein Wache hielt, erlebte ich einen überwältigenden Anblick: Von Horizont zu Horizont erstreckte sich die Hälfte des sichtbaren Universums als samtenes Schwarz, das mit den hellsten Sternen übersät war, die ich je gesehen hatte.“

David Barrie: Sextant. Die Vermessung der Meere. Aus dem Englischen von Harald Stadler. Malik, 2017, 352 Seiten; 15 Euro.

Dieser Post ist Teil des Meer-Themas im Mai 2018.

4 Gedanken zu „Sextant. Die Vermessung der Meere von David Barrie“

  1. Huch, na sieh einer an. Da ist sogar ein Buch für mein UK-Lesejahr dabei. Ich schätze dieses Buch wird in den Urlaub mitgehen *g*.
    Tolle Rezension, die Lust auf mehr (Meer) macht *g*.

    Liebe Grüße

    1. UK-Lesejahr? Klingt spannend, da muss ich gleich mal bei dir schauen. Ich werde dieses Jahr wahrscheinlich noch einen UK-Monat machen, aber ich weiß noch nicht wann.

      Danke für deine liebe Rückmeldung! Hoffe, das Buch gefällt dir mindestens so gut wie mir :-).

  2. Liebe Romy,

    ui, noch ein toller Buchtipp, den ich mir notieren muss.
    Ich habe das Buch“Sternstunde der Kartografie“, auch von Amlik. Allerdings habe ich es noch nicht gelesen.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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