Flüchtiges Begehren. Commissario Brunettis dreißigster Fall von Donna Leon

„Wo sollte es hinführen, wenn wir ein Sandwich als Nahrung akzeptieren?“ (Seite 18)

Zwei Touristinnen wurden verletzt und bewusstlos auf den Planken der Anlegestelle der Notaufnahme des Ospedale Civile gefunden. Sie sind offenbar zusammengeschlagen worden, Hinweise auf sexuelle Handlungen gibt es aber nicht. Es gibt aber auch keinerlei Hinweise auf Abwehrhandlungen, so dass Guido Brunetti und sein Team vor einem Rätsel stehen. Was ist hier passiert?

Vor 25 Jahren habe ich mehrere Donna Leon-Krimis gelesen, aber irgendwann habe ich die Reihe unterbrochen, vielleicht weil es so viele andere Bücher zu lesen gab, vielleicht habe ich eine Pause von Brunetti gebraucht.

Mittlerweile war ich mehrmals in Venedig und liebe die Stadt, vor allem im Winter, wenn es ruhiger ist und man eine Chance auf leere Kanäle hat. Und nach all den Jahren hatte ich nun unbändige Lust auf einen neuen Brunetti-Fall, und meine Wiederbegegnung hat mir viel Spaß bereitet.

Obwohl ich ganz viele Fälle nicht gelesen habe, fiel es mir sehr leicht, mich auf den 30. Fall Brunettis einzulassen. Ich kannte bereits die Hauptfiguren, aber natürlich die Entwicklungen der letzten 20 Bände nicht, was aber kein Problem darstellte: Ich habe mich sofort eingefühlt, eingedacht und zurechtgefunden.

Mich hat der Roman perfekt unterhalten und mich nach Venedig versetzt. Leon hat es hervorragend geschafft, eine wunderbare Venedig-Atmosphäre aufzubauen, und so bin ich mit Brunetti durch die Stadt gewandelt, habe gestaunt und mitgefiebert.

Beim Lesen habe ich große Sehnsucht nach dieser magischen Stadt verspürt und freue mich schon auf den nächsten Fall.

Donna Leon: Flüchtiges Begehren. Commissario Brunettis dreißigster Fall. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Diogenes Verlag, 2022, 320 Seiten; 14 Euro.

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