Die Sache mit der Angst. Und wie ich lernte, damit zu leben von Daan Heerma van Voss

„Es gibt keinen noch so kleinen Organismus, der nicht über eine Angstreaktion verfügt, und kein Wesen ist so groß, dass es der Angst entgeht.“ (Seite 16)

Die Partnerin des Autors schlägt eine räumliche Trennung vor und möchte, dass er sich mit seinen zahlreichen Ängsten intensiv auseinandersetzt. Daraufhin begibt sich der Autor auf eine Art Reise, eine „Reise zu der Antwort auf die Frage, was Angst genau ist, wo dieses Phänomen herkommt, was wir von ihr lernen können und wie wir mit ihr umgehen müssen.“ (Seite 16)

Daan Heerma van Voss erzählt in seinem Buch initial von der Epidemiologie von Angststörungen und von verschiedenen Denkstilen. Er setzt sich schließlich mit der Geschichte seiner Familie auseinander und bettet diese in historische Begebenheiten und in seine eigene Geschichte ein. Van Voss berichtet zudem u.a. von Epigenetik, von Bindungstheorie, von der Geschichte der Lernpsychologie, der Psychotherapie und der Behandlung mit Antidepressiva.

Als Psychologische Psychotherapeutin weiß ich natürlich sehr viel über die Funktionen und die Grundlagen von Ängsten. Und als Verhaltenstherapeutin kenne ich die effizienteste und langfristig hilfreichste Behandlung von Ängsten. Trotz dieses breiten Vorwissens habe ich hier viel dazugelernt. Dabei liest sich das Buch wirklich ganz großartig, bietet sehr viel Bekanntes, aber eben auch weniger geläufige Informationen, setzt sehr interessante Impulse und ist auf jeden Fall ein Buch, das ich vor allem Leuten mit ausgeprägten Ängsten empfehlen werde.

Das Buch ist extrem breit angelegt, und ich kann es nicht nur Betroffenen von Ängsten, sondern auch Angehörigen und Behandlern sehr ans Herz legen.

Daan Heerma van Voss: Die Sache mit der Angst. Und wie ich lernte, damit zu leben. Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Diogenes, 2023, 384 Seiten; 24 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!