Der Strand bei Nacht von Elena Ferrante

„Es wird dunkel. Nicht ein Stern ist zu sehen und auch der Mond nicht. Das Rauschen des Meeres ist lauter geworden.“ (Seite 13)

Die 5-jährige Mati hat eine kleine Katze geschenkt bekommen, und vor lauter Begeisterung lässt sie ihre Puppe links liegen, als Mati mit ihrer Familie einen Tag am Strand verbringt. Die Puppe, die normalerweise Matis Ein und Alles ist, ist darüber sehr betrübt, und als Matis Bruder sie im Sand verbuddelt, setzt sich niemand für sie ein.

Zu allem Überfluss wird die Puppe schließlich am Strand vergessen, als die Familie am Abend den Heimweg antritt. Die Puppe bleibt ganz allein zurück, und als die Nacht hereinbricht, kommt die Angst.

Ich habe die Neapolitanische Saga von Elena Ferrante mit großer Begeisterung gelesen, und obwohl ich normalerweise keine Kinderbücher lese, war ich neugierig darauf, ob und wie Ferrante es schafft, eine kindgerechte Geschichte zu schreiben.

Ich finde, es ist ihr gut gelungen. Der Strand bei Nacht ist in kindlicher Sprache geschrieben, die Sätze sind einfach und kurz, die gewählte Perspektive, dass die Puppe die Geschichte erzählt, ist spannend und gelungen. Die Beschreibungen der handelnden Personen bzw. Objekte, der Orte und der Geschehnisse waren sehr lebendig und bisweilen fast ein wenig unheimlich.

Die Illustrationen sind häufig großformatig und seitenfüllend, es gibt aber auch kleine Details, die immer wieder in den Text eingestreut sind. Auch die Zeichnungen sind oft düster und könnten Kinder eventuell gruseln, so dass es sich anbietet, die Geschichte gemeinsam zu lesen und darüber zu sprechen.

Elena Ferrante: Der Strand bei Nacht. Illustrationen von Mara Cerri. Aus dem Italienischen von Karin Krieger. Insel Verlag, 2018, 47 Seiten; 14 Euro.

2 Gedanken zu „Der Strand bei Nacht von Elena Ferrante“

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