Zwangsland. Leben mit Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln von Ina Jahn (Hg.)

„Zwangsland ist ein hartes Land, schwarzwolkig, eintönig und kalt. Zermürbend sind die ewigen Schleifen der Gedanken und Handlungen, die ausgeführt werden müssen, wenn man erst einmal dieses Land betreten hat. Trotzdem bietet der Aufenthalt in diesem Land auch Schutz, Sicherheit und Abgrenzung.“ (Seite 16)

Dieses Buch, in dem Frauen und Männer, Erwachsene und Kinder, Betroffene und Angehörige zu Wort kommen, setzt sich mit verschiedenen Facetten von Zwangsstörungen auseinander, zum Beispiel Sammeln, Horten, Kontrollieren, Sortieren, Waschen, Trichotillomanie und Dermatillomanie. Dabei enthält das Buch Prosa-Texte, aber auch Gedichte sowie bildliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Zwang.

Durch diese Vielseitigkeit zeigt das Buch ein buntes Bild von Zwängen und macht zudem deutlich, dass es jeden treffen kann.

Ich empfand das Buch als sehr normalisierend, entpathologisierend, entstigmatisierend, aufklärend und hoffnungmachend.

Der Leser erfährt zudem, wieso sich die jeweilige Person am Buchprojekt beteiligt hat, was ich zusätzlich hilfreich und gelungen fand.

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch sehr unterstützend für Menschen mit Zwangsstörung oder Angehörige von Betroffenen sein kann. Ich selbst behandle Zwangsstörungen sehr gerne psychotherapeutisch, und ich werde dieses Buch sicherlich an Betroffene weiterempfehlen.

Ina Jahn (Hg.): Zwangsland. Leben mit Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln. Psychiatrie Verlag, 2025, 171 Seiten; 20 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!