
„Denke selbst und hinterfrage Autoritäten.“ (Seite 141, Zitat von Timothy Leary)
Zach Leary, der Sohn des berühmt-berüchtigten Timothy Leary, erzählt in seinem Buch Mein psychedelisches Erbe zunächst die Geschichte von Psychedelika und vom Krieg gegen Drogen.
Im weiteren Verlauf des Buches setzt er sich mit psychedelischen Erfahrungen, einzelnen Substanzen, Drogenmedizin, geistiger Selbstbestimmung, Magie und Mystik, psychischen Störungen und dem Einsatz von Psychedelika, mit Sucht, mit Verlust und Trauer sowie mit Set, Setting und Nachhaltigkeit auseinander.
Ich habe mich schon etwas intensiver mit Albert Hofmann und Timothy Leary sowie mit dem Einsatz von Psychedelika in Psychiatrie und Psychotherapie befasst. Ich habe dieses Buch wegen meines allgemeinen Interesses gelesen, nicht, weil ich Psychedelika probieren möchte.
Von Anfang an fand ich den Plauderton des Autors eher schwierig zu lesen. Im Zusammenhang mit Drogen habe ich schon sehr viel Mist gehört und erlebt, vor allem im Rahmen meiner psychotherapeutischen Tätigkeit, aber auch im privaten Umfeld. Zwar erwähnt Leary immer wieder Risiken von Drogenkonsum, aber für mich hat sich das immer ein wenig wie eine Quoten-Warnung angefühlt.
Alles in allem empfand ich dieses Buch als viel zu verharmlosend und viel zu sehr drogenverherrlichend. Zudem liest es sich wirklich langatmig, der Autor kommt meiner Meinung nach nicht gerade sympathisch rüber, und ich habe mich hier richtig durchquälen müssen.
Zach Leary: Mein psychedelisches Erbe. Wie ich als Sohn der LSD-Legende die Bedeutung und den Nutzen von Psychedelika entdeckte. Übersetzung von Jochen Lehner. Goldmann Verlag, 2026, 304 Seiten; 14 Euro.