
„Ist es vielleicht besser, im Kleinen zu leben, geordnet und beengt, für alles gesorgt, so gut wie keine Überraschungen mehr? Ein Leben in Sicherheit. Oder sollte man lieber frei sein, hinausschwimmen ins Ungewisse und alles riskieren?“ (Seite 5)
Nefeli, genannt Neffy, meldet sich freiwillig als Probandin und soll mit einem noch nicht am Menschen erprobten Vakzin geimpft werden. Ihre Familie und ihr Partner Justin verstehen die Entscheidung von ihr nicht. Doch Neffy will das Ganze durchziehen, braucht das Geld, also fährt sie zum Institut in East London.
Nach der Infektion ist sie mehrere Tage orientierungslos und hat Bewusstseinsstörungen. Neffy überlebt, und am Tag 7 begegnet sie den anderen Studienteilnehmern, von denen einige verschwunden sind, und auch das gesamte Team ist weg.
Mittlerweile kursiert eine neue Variante des Virus. Diese ist extrem aggressiv, hoch ansteckend und hat für Chaos, Tod und Gewalt gesorgt.
Neffy und die restlichen Probanden am Institut, die allesamt weder die Impfung bekommen haben, noch infiziert wurden, haben nur noch wenig Essen und kaum Hoffnung auf Rettung. Da Neffy anscheinend immun ist, soll sie das Gebäude verlassen und Essen besorgen.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Claire Fuller beschreibt zum einen die Welt in der Pandemie sehr überzeugend und schockierend realistisch. Zudem hat mir gefallen, wie sie ihre Figuren charakterisiert hat, wie authentisch diese agieren, wie sehr man die Gefühle zwischen den einzelnen Figuren spürt.
Gelungen fand ich auch, dass man immer wieder über Oktopoden liest und einiges über diese lernen kann.
Die Zeitsprünge und die Nachrichten, die Neffy an ‚H.‘ schreibt, machen den Roman sehr abwechslungsreich und erzeugen viel Spannung. Mich hat das Ganze zudem sehr berührt.
Auch die Liebesgeschichte zwischen Neffy und ihrem Stiefbruder Justin hat mir gefallen und wirkt überzeugend.
Claire Fuller: Das Gedächtnis der Tiere. Übersetzung von Andrea O‘ Brien. Kjona Verlag, 2026, 336 Seiten; 25 Euro.