
„Was die Psychosen betrifft, äußerte sie einmal, sie habe nie ein Selbstverständnis von sich entwickelt, im tiefsten Kern ‚psychisch krank‘ zu sein und zu bleiben. Und so wurde sie auch wahrgenommen, als im tiefsten Kern gesund.“ (Seite 7)
Die Psychiatrieerfahrene Sibylle Prins starb am 14. Juli 2019 im Alter von 60 Jahren an einem Lungenkarzinom und vermachte ihre Tagebücher sowie andere Aufzeichnungen vor ihrem Tod dem Psychiatrie Verlag.
„Die Tagebücher erweitern den Blick sowohl für die zutiefst menschlichen Probleme eines Lebens mit Psychose als auch für die so oft übersehenen Chancen und kreativen Möglichkeiten.“ (Seite 11, Vorbemerkung der Herausgeberin Renate Schernus)
Ich empfand dieses Buch als extrem wichtig, entstigmatisierend und beeindruckend. Prins erzählt lebendig und bietet so faszinierende Einblicke in ihre Gefühls‑ und Gedankenwelt.
Das Buch ist zudem sehr zuversichtlich. Es macht Hoffnung und zeigt, dass Recovery von Psychosen möglich ist. Recovery-Orientierung ist mir persönlich extrem wichtig bei meiner täglichen Arbeit im Bereich der Psychosenpsychotherapie, und hier liest man von Recovery-Orientierung eine absolute Reinform, sodass ich dieses Buch sehr empfehlen kann.
Renate Schernus (Herausgeberin): Von einem Schmerz getroffen, fiel ich bis zu den Sternen. Aus den Tagebüchern von Sibylle Prins. Psychiatrie Verlag, 2025, 232 Seiten; 25 Euro.