So glücklich wir waren von Daria Bignardi

„Man denkt: „Wie glücklich wir waren.“. Doch in unserem Haus hatte das Unglück bereits Einzug gehalten.“

Almas Tochter Antonia ist mit ihrem ersten Kind schwanger, und Alma beschließt, Antonia ein Geheimnis anzuvertrauen, damit ihr Enkelkind mit der Wahrheit aufwachsen kann.

Und so erzählt Alma von ihrem Bruder Maio, der vor 30 Jahren spurlos verschwunden ist. Alma gibt sich die Schuld am Verschwinden ihres Bruders, der ihr sehr nahe stand, denn sie war diejenige, die vorgeschlagen hatte, zusammen Heroin auszuprobieren. Für Alma blieb es bei dem einen Mal, doch Maio wurde abhängig.

In der Nacht, in der Maio verschwand, starben zwei andere Junkies an einer Überdosis, so dass die Polizei und Maios Familie davon ausgehen, dass auch Maio gestorben ist.

Das Verschwinden Maios führt zum Zerbrechen der Familie: Sechs Monate später suizidiert sich Almas Vater, und Almas Mutter stirbt an Krebs.

Mir hat die Geschichte um Alma und Maio sowie Antonias Suche nach der Wahrheit sehr gut gefallen, und aufgrund der klaren Sprache und des bewegenden Inhalts gehörte So glücklich wir waren zu meinen Lieblingsbüchern 2016.

Daria Bignardi erzählt ihre Geschichte sowohl aus Almas als auch aus Antonias Perspektive, wodurch der Roman sehr abwechslungsreich ist. Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, denn So glücklich wir waren lässt sich schnell und flüssig lesen und ist dennoch anspruchsvoll. Die kurzen Kapitel tragen dazu bei, immer weiter zu lesen, und sorgen dafür, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann.

Bignardi erzählt einnehmend und aufwühlend von Almas Familie, doch wird nie rührselig oder kitschig und übertreibt mit der Schilderung von Gefühlen nicht. Auch die Protagonisten, ihre Gedanken, Gefühle und ihr Verhalten wirken authentisch und lebensnah.

Daria Bignardi: So glücklich wir waren. Aus dem Italienischen von Julika Brandestini. Insel, 2016, 317 Seiten; 22 Euro.

Dieser Post ist Teil des Italien-Themas im September 2017.

2 Gedanken zu „So glücklich wir waren von Daria Bignardi“

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