Per Anhalter nach Indien von Morten Hübbe und Rochssare Neromand-Soma

„Auf dem Weg nach Indien durchqueren wir den Nahen Osten, lassen Syrien im Süden liegen, wo gerade der Kampf um die kurdische Stadt Kobanê tobt, reisen durch den Iran, von dem wir außer Mythen kaum etwas wissen, und betreten Pakistan, obwohl uns Freunde und Familie flehentlich baten, darauf zu verzichten.“ (Seite 9)

Morten Hübbe und Rochssare Neromand-Soma reisen per Anhalter durch acht Länder und erreichen nach 234 Tagen, 19207 Kilometern und 185 Mitfahrgelegenheiten die Grenze zu Indien.

In Per Anhalter nach Indien erzählen sie von ihren Erlebnissen in der Türkei, im Iran und in Pakistan, berichten von Geschichte und Politik, Religion und Kultur, Terrorismus und Krieg, Architektur und Landschaften, Städten und Dörfern, Traditionen und Gastfreundschaft, Speisen und Getränken, Militär und Korruption, Minderheiten und Staatsmännern.

Ich kenne bereits Per Anhalter durch Südamerika, das erste Buch des Paares Hübbe und Neromand-Soma, das ich sehr gelungen fand. Auch Per Anhalter nach Indien hat mir gut gefallen, zumal die Autoren diesmal in Ländern unterwegs waren, die mich schon lange interessieren (Iran) und über die man selten Reiseberichte liest (Pakistan).

Wie bereits in ihrem ersten Buch schaffen es die beiden, ihre eigenen Erlebnisse perfekt mit Faktenwissen zu verknüpfen, so dass sich Per Anhalter nach Indien nicht nur unterhaltsam und spannend liest, sondern auch viel Wissen über die jeweiligen Länder vermittelt. Dabei werden auch negative Aspekte wie Korruption und Gefahren nicht außer Acht gelassen, und bei der Lektüre ist man oft hautnah dabei, da die Autoren den Leser problemlos vor Ort versetzen können, indem sie Gerüche, Geräusche und visuelle Eindrücke auf lebendige Weise beschreiben.

Auch sprachlich hat mir das Buch gefallen, vor allem weil man immer wieder auf Perlen wie „Vom Treppenabsatz des Grenzpostens stolpern wir heraus aus 2014 und mitten hinein ins Jahr 1393.“ (Seite 106) stößt, die das Erlebte auf pointierte Weise auf den Punkt bringen.

Per Anhalter nach Indien nimmt den Leser mit in unbekannte Regionen, in exotische Welten und nicht zuletzt auf gefährliches Terrain, so dass man ganz gemütlich und ohne Risiko vom heimischen Sofa aus den Abenteuern von Hübbe und Neromand-Soma folgen kann.

Ich freue mich schon auf das nächste Buch der beiden mutigen, offenen, sympathischen, abenteuerlustigen und neugierigen Autoren, die Indien mittlerweile verlassen haben und derzeit durch Thailand reisen.

Morten Hübbe und Rochssare Neromand-Soma: Per Anhalter nach Indien. Auf dem Landweg durch die Türkei, den Iran und Pakistan. Malik, 2018, 319 Seiten; 16 Euro.

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