Monatsthema „Psychische Störungen“ im Februar 2019

Im echten Leben bin ich – wie einige sicher wissen – Psychologin, aber auch als Privatperson finde ich es wichtig, mehr über psychische Störungen aufzuklären, Laien mehr Wissen zu einzelnen Erkrankungen zu vermitteln und ein bisschen dazu beizutragen, dass Menschen mit psychischen Störungen weniger ausgegrenzt und besser verstanden werden. Aus diesem Grunde habe ich mich bereits im September 2018 zu einem Monatsthema über psychische Störungen entschlossen, und nun ist es endlich soweit.

Ich werde diesen Monat Bücher über verschiedene psychische Störungen vorstellen, aber mein Fokus wird auf der Schizophrenie liegen. Dieser Fokus liegt nicht nur darin begründet, dass die Schizophrenie die wahrscheinlich am wenigsten einfühlbare, eine der schwersten und zudem die am meisten missverstandene psychische Störung ist, sondern wird vor allem durch meinen persönlichen, intensiven und leidenschaftlichen Bezug zur Schizophrenie verursacht, der schon seit mehr als 20 Jahren mein Motor für meine Beschäftigung mit der Störung ist.

Damit ist der Februar 2019 auch der Monat mit meinem bisher persönlichsten Monatsthema, das mir sehr am Herzen liegt und mit dem ich mich genau jetzt stark beschäftigen möchte und muss.

Ich hoffe, dass ich bei dem ein oder anderen Leser Neugier wecken, Interesse hervorrufen, Verständnis erzeugen und ein wenig dazu beitragen kann, dass psychische Störungen besser verstanden und akzeptiert werden.

Dieser Post ist Teil des Monatsthemas „Psychische Störungen“ im Februar 2019.

12 Gedanken zu „Monatsthema „Psychische Störungen“ im Februar 2019“

  1. Liebe Romy,

    ich finde es auch sehr gut, dass Du das Thema nimmst. Es ist wirklich schlimm, was immer noch für Vorurteile herrschen. Dabei kann es jeden treffen. Ich kenne einige Leute, die mit psy. Kranken arbeiten und ich finde es immer wieder unfassbar, dass selbst die die Erfahrung machen, wie tabuisiert es ist, wenn sie mit Fremden über ihren Beruf reden.

    Mir selbst fällt es am Schwersten, Zwangsstörungen zu verstehen. Da habe ich mal „Daniel is different“ gelesen. Das hat mir ein bisschen geholfen, es besser zu begreifen. Ich bin halt genau das Gegenteil eines Zwangscharakters. 😉
    Falls du da noch andere Bücher kennst, würde ich mich sehr freuen.
    Psychosen fallen mir persönlich gar nicht so schwer zu begreifen. Aber ich weiß, dass es in der breiten Masse anders ist.

    Was mir auch nie klar ist, es gab ja mal diese „Emo“ Bewegung. Wo sich scheinbar gesunde Jugendliche ritzten. Die sagen, sie hatten eine gute Kindheit und ich auch sonst sei alles in Ordnung.
    Schneiden sich wirklich Leute nur aus Fun? Ich kann das irgendwie nicht glauben, auch wenn ich die ein oder andere Person kennen lernte, die das behauptet hat.

    Nun, ich bin sehr gespannt auf Dein Thema!!

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,

      danke für deinen Kommentar. Etwas über Zwänge werde ich diesen Monat auch vorstellen, selbstverletzendes Verhalten eher nicht. Selbstverletzendes Verhalten tritt tatsächlich auch während der Pubertät auf, ohne dass man gleich eine Diagnose wie eine Borderline Persönlichkeitsstörung vergibt. Das hört in manchen Fällen einfach wieder auf. „Fun“ würde ich es vielleicht nicht nennen, eher „Ausprobieren“ oder „Emotionen regulieren, die in der Pubertät verrückt spielen“ oder „Adoleszenzkrise“ oder sowas.

      Hoffe, du findest diesen Monat ein paar spannende Sachen.

      Liebe Grüße,
      Romy

      1. Liebe Romy,

        vielen Dank, mit Deiner Erklärung „Emotionen regulieren während der Pubertät“ kann ich genug anfangen. Ich denke mit Grausen an meine zurück.

        Liebe Grüße
        Petrissa

  2. Ich habe gerade die Lektüre von „Melancholie“ von Jon Fosse abgeschlossen. Es geht um den norwegischen Landschaftsmaler Lars Hertervig, der zur Kunstausbildung in Düsseldorf weilt. Er steckt dabei mitten in einer Depression. Sprachlich bildet Fosse das unnachahmlich durch dynamische Wortwiederholungen ab, durch die greifbar gemacht wird, wie ein und derselbe Gedanke im Kopf des melancholischen Lars eine Dynamik entwickelt, die ihn in allem anderen vollkommen untätig werden lässt. Es fällt mir schwer, dieses Buch zu empfehlen, aber für dein Monatsthema ist es ohne Frage etwas ganz Besonderes und hat mich tief bewegt zurückgelassen.
    Beste Grüße
    Annette

    1. Lieben Dank, Annette, das schaue ich mir gleich mal an. Ich habe von dem Buch noch gar nichts gehört, deshalb bin ich sehr dankbar, dass du es hier erwähnst. Liebe Grüße!

  3. Hi Romy
    diese Krankheit kann ich nicht ganz verstehen, ich hab es einmal, nein zweimal bei Leuten erlebt und musste wirklich merken, das es schwer war, die eine war mit den Medikamenten wie ein Zombie und war irgendwie nicht mehr da, voll ausgelöscht, und der andere rief mich ihm Wahn an, weil er die Medikamente ohne Arzt absetzte und das war mir zu heftig und seitdem hab ich zu diesem Menschen leider auch keinen Kontakt mehr, weil ich einfach irre überfordert war, deswegen finde ich es stark, das du diese Krankheit uns vorstellst, ich werde dich im Auge behalten.
    Und im Post (so um den 14) meine besuchten Blogs noch einmal zeigen, danke 🙂
    Liebe Grüße Nicole

    1. Liebe Nicole,

      tausend Dank für deinen Kommentar. Ich finde es großartig, wie offen du schreibst, dass du Schizophrenie nicht ganz verstehen kannst, dass dich die Krankheit überfordert, denn ich finde, das Eingeständnis, dass man etwas nicht kennt oder mit etwas nicht umgehen kann, ist ein wichtiger Schritt, um die Akzeptanz für etwas erhöhen zu können. Wenn jeder sagt „Da brauche ich nichts drüber erfahren, da interessiert mich nichts bzw. ich weiß schon alles“ fährt man mit jeder Aufklärungskampagne gegen die Wand. Deshalb aus vollem Herzen: Danke! Schon morgen wird meine erste Empfehlung zum Thema Psychose/Schizophrenie online gehen. Ich bin gespannt, was du am Ende des Monats sagst.

      Und danke, dass du es stark von mir findest, dass ich Schizophrenie anspreche. Für mich ist es ein sehr wichtiges Herzensprojekt und auch eine Art persönliche Aufarbeitung.

      Liebe Grüße,
      Romy

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