
„Das Maß des Freiheitsentzugs richtet sich nach der prognostizierten Gefahr, die von der untergebrachten Person ausgeht. Es muss fortlaufend geprüft werden, ob das Maß des Freiheitsentzugs weiterhin gerechtfertigt ist.“ (Seite 20)
Das Buch bietet Informationen zu juristischen Grundlagen der Unterbringung und Behandlung im Maßregelvollzug, geht im Folgenden auf das Setting im Maßregelvollzug und das therapeutische Milieu ein, beschreibt im Detail die Haltung und Beziehungsgestaltung, thematisiert Sexualität sowie den Umgang mit Gewalt, Aggression und deren Prävention, zeigt den multiprofessionellen Behandlungsprozess auf, setzt sich mit Gruppenarbeit und der Einbeziehung von Angehörigen auseinander.
Ich kenne die alte Ausgabe des Buches und habe vor über 30 Jahren kurz im Maßregelvollzug gearbeitet. Seither interessiere ich mich für das Thema, lerne aber auch gerne mehr dazu, arbeite aber nicht im Maßregelvollzug und plane das auch nicht.
Ich empfand das Buch als sehr fundiert, übersichtlich und verständlich. Es vermittelt initial die rechtlichen Grundlagen, was essentiell für die Arbeit im Maßregelvollzug ist und zumindest für mich durchaus spannend war.
Allerdings gibt es sehr detaillierte Informationen, so dass ich einerseits viel dazugelernt habe, auch wenn das Thema nicht neu für mich ist, andererseits aber auch viel mehr Wissen vermittelt wird, als das, was ich aus reinem Interesse brauche.
Ich finde, es eignet sich gut zum Nachschlagen und vor allem besonders gut für Menschen, die im Maßregelvollzug arbeiten, da sie hier viel Wissenswertes mitnehmen können. Für Leute mit reinem Interesse am Thema, so wie ich das bin, ist das Buch meiner Meinung nach etwas zu detailreich, so dass ich es teilweise eher quergelesen habe.
Andrea Trost, Stefan Rogge und Susanne Schoppmann: Menschen im Maßregelvollzug begleiten. Psychiatrie Verlag, 2024, 160 Seiten; 22 Euro.