Meine Blogbuster-Shortlist

Als ich im August 2019 gefragt wurde, ob ich gerne Teil der Bloggerjury beim Blogbuster-Preis 2020 wäre, musste ich nicht lange überlegen, obwohl mein Leben auch ohne Blogbuster gerade sehr aufregend ist und beruflich in ganz neuen Bahnen läuft.

Aber was ist dieser Blogbuster-Preis überhaupt?

Die Idee hinter dem Blogbuster-Preis ist folgende: Wer ein fertiges, aber noch unveröffentlichtes Manuskript zu Hause liegen hatte, konnte dies bis Ende 2019 über die Blogbuster-Website einreichen.

Beim Einreichen konnte man aus 10 Bloggern und Bloggerinnen einen Wunschblogger auswählen, der die jeweilige Leseprobe und das Exposé erhielt. Der Blogger bzw. die Bloggerin hat daraufhin die beiden Texte gelesen und fragte bei Gefallen/Interesse direkt beim Autor bzw. der Autorin das gesamte Manuskript an.

Ich habe insgesamt 19 Leseproben und Exposés erhalten, also eine ganze Menge. Und ich muss sagen, dass es gar nicht so einfach war, daraus eine Auswahl zu treffen, denn insgesamt trafen alle eingereichten Texte mein Beuteschema ziemlich gut.

Angefordert habe ich letztendlich drei Manuskripte. Bis Mitte März 2020 wähle ich nun meinen Favoriten aus, welcher dann auf der Longlist mit 10 Autoren und Autorinnen landet, die am 31.3.20 vorgestellt wird. Aus dieser Longlist wählt die Fachjury bis Mitte Mai 2020 schließlich drei Titel für eine Shortlist aus. Im Juni 2020 wird der Gewinnertitel bekanntgegeben, der dann im Eichborn-Verlag veröffentlicht wird. Wer noch mehr erfahren möchte, kann hier weiterlesen.

Dies sind die drei Titel, die auf meiner persönlichen Shortlist gelandet sind:

(1) Oliver Graf: Das seltsame Verschwinden des Peter Weniger

Peter Weniger – Bauarbeiter, Ehemann, Familienvater – verschwindet eines Tages spurlos. Eben hat er sich noch beim Bäcker einen Kaffee und ein süßes Teilchen gekauft, aber auf der Baustelle ist er nie angekommen. Zu Hause vermisst ihn vorerst niemand; seine beiden Kinder und seine Ehefrau haben ihre eigenen Sorgen und Nöte, ihre Welt dreht sich um Alkohol, Drogen und Online-Computerspiele.

Mich hat an der Leseprobe vor allem begeistert, mit welcher Beobachtungsgabe Oliver Graf die (dysfunktionale) Familie beleuchtet und wie tief man schon auf den ersten Seiten in die Geschichte und in Peter Wenigers Leben eintauchen kann.

(2) Milan Weber: Entenfamilie

„Entenfamilie“ spielt auf einer psychiatrischen Station, und der Leser begleitet vier (später fünf) Personen, die sich hier als Patienten kennengelernt haben, Freunde geworden sind, füreinander sorgen und aufeinander aufpassen.

Bei dieser Leseprobe hat mich besonders beeindruckt, wie exakt und authentisch der Autor psychische Störungen, ihre Symptome und den Alltag in der Psychiatrie beschreibt. Da ich selbst als Psychologin in der Psychiatrie arbeite und mich sehr dafür einsetze, dass psychische Störungen entstigmatisiert werden, hat mich Milan Weber mit seiner Geschichte sehr neugierig gemacht.

(3) Kristin Lange: Die Gefahr des Gelingens

Die Leseprobe beginnt mit einem Suizid, und auch das ist ein Thema, bei dem es mir extrem wichtig ist, dass darüber aufgeklärt und dass es entmystifiziert wird.

Im weiteren Verlauf verliebt sich Rike, die Schwester des Suizidenten, in Erik, der als Streifenpolizist am Tatort war. Allerdings sorgen die Geister der Vergangenheit dafür, dass die Beziehung unter einem schlechten Stern steht: Rike und ihre Brüder erfuhren als Kinder vom Vater körperliche Gewalt, was Rikes Wunsch nach Nähe und Distanz stark prägte.

Begeistert haben mich an der Leseprobe vor allem die Thematik (Suizid, psychische Störungen, prägende Kindheitserfahrungen) sowie die anspruchsvolle Sprache.

Wie geht’s weiter?

Ich bin schon fleißig am Lesen, bin noch nicht ganz durch, aber habe schon einen Vorerst-Favoriten. Sobald mein Favorit feststeht, wird es einen weiteren Blogpost geben.

Update vom 13.03.2020:

Hier erfahrt ihr, für wen ich mich letztendlich entschieden habe.

Ich möchte mich hiermit auch explizit bei allen Autoren und Autorinnen bedanken, die mir ihre Leseproben und Exposés geschickt haben, und ihnen – auch wenn sie es nicht in meine engere Auswahl geschafft haben – alles Gute mit ihrem Manuskript wünschen!

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