Liebe auf Japanisch. Von ewigen Singles, Love Hotels und dünnen Wänden von Kerstin und Andreas Fels

„Liebe auf Japanisch ist wie Liebe auf Deutsch. Nur anders. Zumindest manchmal.“ (Seite 11)

Kerstin und Andreas Fels erzählen in Liebe auf Japanisch von vier Freunden und ein paar anderen Personen, wobei die Figuren fiktiv, die im Buch aufgeführten Geschichten so oder ähnlich jedoch tatsächlich passiert sind.

Die Autoren berichten von Cuddle Café und Katzen-Café, gemieteten Freunden und Singleverkupplungskochkurs, White Day und Hikikomori, Freeter und herbivoren Männern, Gruppen-Blinddates und Gatebox, Homosexualität und Samurais, Prostitution und Love Hotels, Sexpuppen und Robotern, sexueller Belästigung und Vergewaltigung, Hochzeit und Solo-Wedding, Gleichberechtigung und Rollenverständnis, Schwangerschaft und Blutgruppen, Scheidungsrate und Jobverlust, Idol und Jungfräulichkeit, Niedlichkeitstrend und Lolita-Style.

Ich habe mich aufgrund eines Blog-Monatsthemas zu Japan schon ausführlicher mit dem Land beschäftigt, aber in Liebe auf Japanisch bin ich auf unglaublich viele neue Informationen gestoßen, die ich bis dato noch nirgends entdeckt hatte.

Mir hat die Lektüre immens Spaß gemacht, und es gab kein einziges Kapitel, das uninteressant war. Dabei ist Liebe auf Japanisch nicht nur inhaltlich spannend und bisweilen sehr skurril, sondern das Buch ist auch sehr unterhaltsam geschrieben, so dass es sich schnell lesen lässt.

Bei der Lektüre merkt man schnell, dass man eine gänzlich unbekannte Welt betritt, in der es die kuriosesten Dinge gibt, die man z.B. für Geld kaufen kann. Bei manchen Dingen wollte ich fast nicht glauben, dass es das wirklich gibt, weil es mich eher traurig gemacht hat, wie einsam manche Menschen sind und was sie tun, um dieser Einsamkeit kurz zu entfliehen, z.B. bezahlte Kuschelmomente oder digitale Liebe via Gatebox.

Hier kann man staunen und sich fasziniert durch die Kapitel treiben lassen, und man lernt Japan von einer Seite kennen, die einem ansonsten verschlossen bleibt.

Kerstin und Andreas Fels: Liebe auf Japanisch. Von ewigen Singles, Love Hotels und dünnen Wänden. Conbook, 2019, 253 Seiten; 9,95 Euro.

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