
„Es gibt Momente, die verändern alles, Momente, nach denen ist nichts mehr, wie es war.“ (Seite 8)
Der Erlanger Bühnenbildner Karl-Dieter wurde von der Regisseurin Freya Wälsungen, einer entfernten Verwandten Richard Wagners, für ihre Neuinszenierung des Parsifal im Bayreuther Festspielhaus engagiert.
Dann verschwindet seine Assistentin Helin spurlos, und Helins Lebensgefährte, der Journalist Tim, gerät in große Schwierigkeiten, nachdem er auf brisante Informationen über die türkische Regierung gestoßen ist.
Ich habe ein paar Jahre in Bayreuth gelebt und bin großer Wagner-Fan. Natürlich musste ich diesen Kriminalroman lesen!
Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Er liest sich flüssig und ist unterhaltsam. Zudem kommt durch die Auszüge aus Wagner-Opern und den Handlungsort des Grünen Hügels in Bayreuth echte Wagner-Stimmung auf. Außerdem wartet Der Fall Wagner mit viel Lokalkolorit auf, und obwohl ich z.B. Erlangen kaum kenne, konnte ich mir alle Handlungsorte sehr gut vorstellen und mich in die Geschichte perfekt eindenken und einfühlen.
Ich mag Wagners Oper Parsifal sehr, so dass mich allein diese Bezüge begeistert haben, auch wenn man kein Wagnerianer sein muss, um in die Geschichte einzutauchen.
Der Kriminalfall ist spannend und bietet zudem Einblicke in die türkische Politik und (natürlich) in Wagners Leben und Werk.
Für mich war und ist Der Fall Wagner ein tolles Krimierlebnis, das facettenreich ist, das mit den verschiedenen Erzählperspektiven packend konstruiert wurde und das mich mit nach Franken genommen hat.
Johannes Wilkes: Der Fall Wagner. Ars Vivendi, 2021, 192 Seiten; 13 Euro.