Diagnose ADHS – Was nun? von Jan Kiesewetter

„Nach Jahren der Selbstzweifel, des inneren Drucks oder des Scheiterns an scheinbar einfachen Aufgaben kann es befreiend sein, endlich zu verstehen: Es gibt einen Grund, warum ich so bin, wie ich bin.“ (Seite 10)

Jan Kiesewetter beschreibt in seinem Buch initial unter anderem, was ADHS ist, was dabei im Gehirn passiert, wie eine ADHS-Diagnostik abläuft, welche Mythen und Missverständnisse über ADHS bestehen und wie ADHS das Erwachsenenleben beeinflusst. Danach geht er auf therapeutische Maßnahmen und Selbsthilfe ein, zum Beispiel Psychoedukation, Verhaltenstherapie und Neurofeedback.

Weitere Kapitel befassen sich mit dem Thema ADHS bei Frauen und mit Masking und Unmasking von ADHS-Symptomen.

Im Anschluss daran stellt Kiesewetter zahlreiche Übungen vor, die sich um Struktur und Organisation, Emotionsregulation, Fokussierung und Aufmerksamkeit, Selbstwert, Achtsamkeit und Selbstregulation sowie Kommunikation und soziale Beziehungen drehen.

Ich komme recht häufig in Kontakt mit Erwachsenen mit ADHS, die ihre Diagnose oft erst im Erwachsenenalter bekommen haben. Aus diesem Grunde finde ich ein Buch, das sich für Betroffene eignet und viele Übungen enthält, sehr hilfreich und werde dieses Buch hier sehr gerne weiterempfehlen.

Ich empfand den entstigmatisierenden und entpathologisierenden Ton Kiesewetters als sehr wichtig und sehr hilfreich. Sein Buch ist durchweg verständlich und zudem verständnisvoll, wodurch es sich sehr gut für Betroffene, Angehörige, aber auch für Professionelle und Laien, die das Thema einfach interessiert, eignet.

Das Buch enthält tolle Übungen, die sich auch für Leute ohne ADHS eignen, die schwer ins Tun kommen oder Schwierigkeiten haben, Gefühle zu regulieren etc.

Hier trifft man auf viele bekannte Interventionen aus der kognitiven Verhaltenstherapie, die sehr verständlich und knapp angeleitet wurden.

Jan Kiesewetter: Diagnose ADHS – Was nun? Klett-Cotta, 2026, 240 Seiten; 24 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!