Das Gurkerl von Johanna Sebauer

„Nicht immer kann man das, was einem so widerfährt in seinem Leben an Aus-den-Fugen-Geratenem, im Nachhinein noch erklären […].“ (Seite 5)

Der Pertak ist ein wichtiger und unabkömmlicher Kerl, hat in der Redaktion ein Einzelbüro, ist dauernd am Telefon und hat feste Routinen.

Eines Tages öffnet er den Deckel seines Gurkenglases, um sich ein spätes Frühstück zuzubereiten. Und da passiert es: Beim Biss ins Gurkerl spritzt ihm Gurkerlwasser ins linke Auge.

Am nächsten Tag trägt der Pertak ein Augenpflaster, und am Ende der Woche erscheint seine Kolumne, die er über die Gurkerlwasserangelegenheit und die Gefährlichkeit von Gurkerlwasser verfasst hat.

Die Geschichte zieht schließlich immer größere Kreise.

Ich habe letztens Popóm von Johanna Sebauer gelesen und hatte nach dieser wundervollen Lektüre Lust auf andere Bücher der Autorin.

Dieses Buch, das sich ruckzuck liest, empfand ich als sehr humorvoll, und auch die Illustrationen von Nikolaus Heidelbach fand ich sehr gelungen und meisterhaft.

Die Geschichte um das Gurkerl ist skurril, witzig, sprachlich gelungen, klug und bietet ein Abbild der Gesellschaft – wobei die typische Polarisierung sehr deutlich gemacht wird, die bei kleinsten Themen auftreten kann. So hält Das Gurkerl dem Leser und der Gesellschaft einen Spiegel vor.

Gefallen haben mir auch die magisch-realistischen Komponenten, die sich im Übrigen auch im Roman Popóm finden.

Johanna Sebauer: Das Gurkerl. Illustriert von Nikolaus Heidelbach. DuMont Buchverlag, 2026, 38 Seiten; 20 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!