Wirf einen Schatten von Elena Fischer

„Wie maß man Mut? In der Anzahl der Zweifel, die einem auf dem Weg kamen, den man doch beharrlich weiterging?“ (Seite 14)

Josephs Frau Lis ist Anfang August zusammen mit dem gemeinsamen Sohn Samuel ausgezogen, und Josef hat keinerlei Kontakt zu den beiden.

Am Heiligabend des Jahres 1963 versorgt Joseph die Tiere, geht in die Kirche, verabschiedet sich, erinnert sich an seine Eltern, an Lis und an Samuel.

Joseph ist bereit für den Tod. Doch in dem Moment, in dem er sein Leben beenden will, klingelt es an der Tür.

Vor der Tür findet Joseph eine fremde Frau mit Füßen voller Blasen, um die er sich schließlich kümmert. Es handelt sich um die 20-jährige Birdie, die auf der Flucht vor ihrer Familie ist, die schließlich bei Joseph unterkommt und sein Leben beeinflusst.

Ich habe Paradise Garden, den Debütroman von Elena Fischer, mit großer Begeisterung gelesen und war deshalb besonders gespannt auf ihren neuen Roman.

Auch Wirf einen Schatten hat mich von der ersten Zeile an gefesselt, begeistert und in seinen Bann geschlagen.

Ich fand die Geschichte um Joseph und seine verlorene Familie, die Erzählungen von seiner Liebe, seiner Sehnsucht und seiner Einsamkeit sehr berührend und gefühlvoll, dabei allerdings kein bisschen pathetisch.

Ich habe mich hier gut eindenken und einfühlen können und habe diese Geschichte mit viel Begeisterung verfolgt, habe mitgefiebert und mitgelitten, mich mitgefreut und mitgebangt.

Elena Fischer: Wirf einen Schatten. Diogenes, 2026, 304 Seiten; 25 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!