39 Grad Mord. Kriminalroman von Jenny Lund Madsen

„Können Sie mich da rausboxen? Ich habe ehrlich und aufrichtig nichts mit diesem Mord zu tun. Ich war nur zur falschen Zeit am falschen Ort.“ (Seite 81)

Die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix hat Druck: Sie muss die Fortsetzung ihres Krimis liefern, ist ideenlos und hat eine Schreibblockade. Ihr Verleger schickt sie kurzerhand auf Sizilien, damit sie zur Ruhe kommen und wieder schreiben kann.

Hannah kommt in einer Villa mit Meerblick in Sant’Emilia unter und trifft dort ein älteres Ehepaar, Hans und Greta, zwei Schweden, die auf Sizilien leben.

Nachdem die beiden sie zum Abendessen eingeladen haben und Hannah (wie öfters) zu tief ins Glas geschaut hat, übernachtet sie bei den beiden.

Am Morgen liegt Greta tot in der Küche – erschlagen mit einem Fleischhammer. Und Hannah steht plötzlich unter Mordverdacht.

Ich war noch nie auf Sizilien, aber die Insel ist einer meiner Sehnsuchtsorte, und so war ich sehr gespannt auf diesen Kriminalroman, der auf Sizilien spielt. Und tatsächlich hat es mir gut gefallen, mittels dieser Geschichte in einen Sommer auf Sizilien einzutauchen.

Obwohl der Kriminalroman etwas gemächlich beginnt, nimmt er nach dem Mord ordentlich an Fahrt auf. 39 Grad Mord ist durchaus unterhaltsam, doch es gab auch einige Dinge, die mich wirklich gestört haben. Da ist zum einen die Protagonistin Hannah, die unbeholfen und unsympathisch wirkt und fast nur mit (recht maßlosem) Alkoholkonsum beschäftigt ist. Manchmal verhält sich Hannah wirklich so dumm, dass man es fast nicht glauben möchte. Zum anderen gibt es einige Wendungen und Episoden, die ich nicht wirklich glaubwürdig fand, und teilweise ist der Kriminalroman viel zu konstruiert.

Jenny Lund Madsen: 39 Grad Mord. Kriminalroman Aus dem Dänischen von Elke Ranzinger. Tropen, 2026, 368 Seiten; 17 Euro.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert